Siezen und Duzen

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Freistil
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Beitrag Di., 27.04.2010, 21:00

Elena hat geschrieben:
bluna hat geschrieben:Mir ist aber bei meiner Thera aufgefallen das Sie mich hin und wieder mal duzt. Das rutscht Ihr wahrscheinlich immermal raus.
Achte mal drauf, wann sie dies macht.
Passiert bei meiner Therapeutin hin und wieder auch, aber immer dann, wenn es um mich als Kind geht. Dann spricht sie mich auch dem Vornamen an. Ich denke, sie macht dies ganz bewusst,und nicht, weil es ihr rausrutscht.
Hallo ihr alle,

insgesamt bin ich sehr froh, dass mein Therapeut (Analytiker) mich ganz klar siezt. Das hält genügend Distanz und wirkt insgesamt auf mich ehrlicher.

Geduzt hat er mich noch nie, aber er verwendet in seinen Deutungen ab und an meinen Vornamen. Meist dann, wenn es um mich als Kind geht - genau wie Elena das beschreibt. Ich denke, er tut das ganz bewusst, damit ich mich selbst in mich als Kind besser einfühlen kann.

Ein kumpelhaftes DU wäre für mich in der Therapie undenkbar.

LG freistil
Wenn das Herz denken könnte, stünde es still. (Pessoa)

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katl
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Beitrag Mi., 28.04.2010, 18:47

Ich kenne meine Therapeutin jetzt 2 Jahre, sie ist nur 5/6 Jahre älter als ich und wir sind auch beim "Sie", meine Therapeutin sagt manchmal auch du so wie es Elena und Freistil es beschrieben haben, dann wenn es um das Kind in mir geht, wenn Sie merkt dass ich da reinrutsche und so dann besser an mich ran kommt.

Ich hab ein sehr sehr vertrautes Verhältnis zu meiner Therapeutin, was sicherlich auch an dem Siezen liegt, mir ist es auch lieber so. Ich könnte mir es zb gar nicht vorstellen dass wir per du sind, das würde mich sehr hemmen weil ich mit "Du" Freunde und Familie verbinde - damit widerum mit Enttäuschungen und die Angst dass es hier (Therapie) auch passieren könnte, dass ich verletzt und im Stich gelassen werde. Das "Sie" gibt mir die Sicherheit und das Wissen dass ich es mit einem Profi zutun habe der dazu da ist mich zu beraten, zu unterstützen, mir zu helfen und für mich da zu sein egal was ich tue. (natürlich solange alles im Therapierahmen liegt).

Liebe Grüße Katl

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JMH
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Beiträge: 69

Beitrag Mi., 28.04.2010, 19:41

Hallo,

ich kann mich den Vorrednern nur anschließen.
Ein "Du" wäre mir viel zu nah, zu freundschaftlich, zu familiär....

Ich kann mich in manchen Dingen meiner Therapeutin auch tatsächlich nur ganz öffnen, weil trotz all der Empathie und Sympathie die ich von ihr spüre und erfahre, doch einfach ein gewisser professioneller Umgang, vielleicht auch Abstand, gewahrt bleibt.

Das "Sie" hilft mir einfach dabei, sie auch mehr als Therapeutin und Ärztin und damit quasi auch als eine unvoreingenommene, neutrale Instanz zu betrachten...und das macht mir persönlich das ansprechen meiner Probleme leichter....

LG, J.
Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz

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Siri81
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Beitrag Di., 12.03.2013, 08:21

Guten Morgen,

ich greife dieses Thema mal auf und hoffe das ist ok. Vielleicht kennt jemand folgende Situation:

Ich habe seit einigen Monaten Einzeltherapie, mein Therapeut und ich siezen uns. Gestern war ich zum ersten Mal bei einem seiner Entspannungskurse dabei, der über mehrere Wochen nun gehen wird. Dort wird sich unter allen Teilnehmern (einschließlich dem Thera) geduzt. Heute habe ich wieder Einzeltherapie und irgendwie verwirrt mich das jetzt - duzen oder siezen? Oder eben nur im Kurs duzen und in der Therapie siezen? Wenn das immer wechselt, sehe ich mir schon das "du" rausrutschen in der Therapie versehentlich..

Kennt jemand eine solche Situation und wie wird das normalerweise gehandhabt?

LG
Siri
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leberblümchen
[nicht mehr wegzudenken]
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Beitrag Di., 12.03.2013, 09:25

Ich kenne diese Situation nicht, aber eine ähnliche: Es gibt zwei Ärzte meiner Kinder, die auch Mütter an den Schulen sind, und in der Schule duzen sich die Eltern, die sich kennen, eigentlich. In der Praxis aber siezt man sich natürlich. Und da ist es dann wirklich seltsam, wenn ich diese Mütter als Einzige aus dem Umfeld sieze, während sie alle anderen duzen. Aber es ist irgendwie nicht zu ändern. Und einmal ist mir, als wir uns auf neutralem Boden getroffen haben, ein 'du' rausgerutscht. Das ist wirklich verwirrend!

Das ist - wenn auch nur ein kleiner - der Grund dafür, dass ich damals meinte, dass ich eine Vermischung von Gruppe, auch wenn es hier ja 'nur' ein Kurs ist, und Einzeltherapie schwierig finde. Denn die Anrede ist ja nur der Ausdruck dafür, dass er in beiden Situationen eine andere Rolle für dich spielt - und du für ihn auch. Und das zu trennen, stelle ich mir sehr schwierig vor; nicht, weil es tragisch wäre, wenn du dann aus Versehen mal 'du' zu ihm sagst, sondern weil das Beziehungsgefühl durcheinander gerät. Da er dir das aber ja angeboten hat, ist es sein Job, damit umzugehen, das heißt: Ich würde ihm das genauso sagen.

Wie lange geht denn der Kurs?

Ich duze meinen Therapeuten auch manchmal, aber ich weiß nicht, wie man das nennt; es ist eigentlich etwas anderes. Ich sag dann so was wie: "Warte mal" oder "guck mal" oder so ähnlich. Ich merke das erst hinterher, und dann merke ich, dass es sich für mich schön angefühlt hat, das zu sagen, weil es natürlich mehr Nähe suggeriert. Auch wenn es nur für eine Sekunde ist...

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Siri81
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Beitrag Di., 12.03.2013, 10:16

Einerseits denke ich ja, dass es vielleicht gerade deshalb nicht schlecht ist, Sie und Du je nach Situation so weiter zu pflegen - eben, um diese verschiedenen Rollen / Beziehungsgefüge besser voneinander trennen zu können, es sich eben nicht so sehr vermischt und mich durcheinanderbringt. Andererseits erscheint mir das schwierig. Der Kurs ist zwar keine Gruppentherapie und inhaltlich nur am Rande mit der Einzeltherapie verbunden, aber ER ist halt ein und dieselbe Person.. mir fällt es auch eher schwer, "du" zu sagen als "Sie", wohl auch, weil ich ihn als Therapeut ein wenig (zu viel?) idealisiere und schon etwas zu ihm aufblicke. Mir kam es gestern total komisch vor, als er mich geduzt hat, einerseits schön, andererseits war da fast schon so etwas wie Scham.
Der Kurs geht glaube ich über 8 Termine plus ein ganzer Übungstag, zieht sich aber, da zweiwöchentlich und Ferien dazwischen, bis Juni.. also schon noch eine Weile.

Die Konrektorin unserer Schule hatte ihre Kinder mit unseren im Kindergarten, dort haben wir uns auch ganz selbstverständlich geduzt. Ich habe mich dann auch gefragt, wie das in der Schule sein wird, aber auch da geht sie recht locker mit den Eltern um und duzt sie auch weiterhin. Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass mein Therapeut sich in der Einzelstunde auf ein Du einlassen wird, ich weiß auch nicht, ob das so gut wäre. Einerseits schafft es Nähe, andererseits - vielleicht ist die "professionelle Distanz" mit dem Siezen doch eher aufrecht erhalten und in manchen Situationen besser? Ich weiß es nicht, bislang hatte ich mir nie darüber Gedanken gemacht, ich wäre nie auf die Idee gekommen, ihn zu duzen.

Dass dir das "du" rausrutscht, ist ja witzig Merkt er das? Reagiert er da irgendwie drauf? Ich kann mir schon vorstellen, dass wenn man gerade eine besonders intensive Verbindung zueinander spürt, dass sich das auch sprachlich eben so bemerkbar macht. Zumindest merke ich auch an meiner Wortwahl manchmal, ob ich gerade einen Draht zu meinem Thera habe oder mich eher weit weg von ihm fühle.
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Gisi
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Beitrag Di., 12.03.2013, 10:23

Oh, das mal so und mal so finde ich schon merkwürdig, wobei es das sicher in vielen breiten Schichten gibt. Aber gerade z. b. explizit wie in den hier vorgestellten Konstellationen sehe ich keinen Grund, mal Sie und mal du zu sagen...da finde ich entweder oder - aber das finde eben ich

Und wenn es bei dem hin und her Gehoppele bleibt, würde ich mir auch keine großen Gedanken machen, wenn es an der Stelle mal raus rutscht, wo es nicht hin gehört. Insgesamt finde ich jedoch, dass es verunsichernd ist/wirkt - gerade während einer Therapie.....

Wie wäre es, den Therapeuten in der Therastunde, wenns passt, einfach mal anzusprechen? Wäre vielleicht hilfreich, da er/sie so garnicht empfindet, es ggf. noch nicht einmal aufgefallen/bewusst ist.

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Siri81
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Beitrag Di., 12.03.2013, 12:47

Komme gerade zurück von meiner Therapiestunde. Er hat mein Gedankenchaos gleich aufgelöst, indem er mich schon beim Vornamen reingerufen hat.. und nach der Begrüßung hat er gleich gefragt, ob wir beim "Du" bleiben wollen, ob das für mich in Ordnung ist. Insofern duzen wir uns jetzt sowohl im Kurs als auch in der Einzeltherapie, das ist zumindest weniger verwirrend als das Hin und Her. Trotzdem noch seeehr ungewohnt, ihn als "Respektsperson", wie ich ihn empfinde, als jemand, der irgendwie über mir steht, zu duzen. Gleichzeitig war es heute aber auch irgendwie vertrauter, heimeliger mit dem "Du".
Ich glaub ich kann mich daran gewöhnen, braucht nur noch etwas.
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Gisi
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Beitrag Di., 12.03.2013, 13:24

Na das liest sich doch gut und ist eine Lösung

Ich habe übrigens mal, als ich noch jung war, ein "Du" abgelehnt. Ich war in den 20igern und ein Kollege kurz vor der 60 bot mir das "Du" an. Da hab ich ihm damals gesagt, dass ich das nicht kann und nicht möchte, aus Respekt, er könnte ja gar mein Opa sein. Er war sehr gerührt und hat meine Äußerung wohlwollend angenommen. Wir blieben beim "Sie" - das heißt er hat mich geduzt und das war für mich in Ordnung

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Fast Forward
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Beitrag Di., 12.03.2013, 14:01

Ich würde auch gerne etwas dazu schreiben.

Ich habe meinen Thera immer gesiezt und tue es auch immer noch, auch wenn unsere Gespräche ansonsten schon deutlich weniger distant sind, weil ich einfach immer mehr aus mir herauskomme und mich so zeige, wie ich mich fühle. Manchmal ist mir schon ein "Du" rausgerutscht, meist so, wie titus es beschreibt. Also dieses "weißt du" und so, und ja, das fühlt sich schön an. Ich erschrecke dann jedesmal, aber mittlerweile merke ich mir das nicht mehr an und er hat mich noch nie darauf angesprochen.

Mein Patenonkel war auch bei meinem Thera in Therapie, sie haben sich irgendwann geduzt. Als ich davon erfuhr, fand ich das seltsam und ich war ein bisschen eifersüchtig. Immerhin war ich vorher da und gehe auch immer noch während mein Patenonkel die Therapie beendet hat (weil kein Bedarf mehr war). Als mein Thera mir das Du einmal angeboten hat (ich weiß nicht mehr, was der Kontext war), habe ich aber abgelehnt, weil ich mir so die Distanz wahre. Allerdings stört es mich immer mehr. Manchmal würde ich einfach gerne doch damit anfangen. Andererseits - ich bin viel jünger, gehe vielleicht noch sehr sehr lange hin und weiß, dass ich ja eigentlich versuchen würde, ein Bedürfnis zu stillen, das nicht zu stillen ist. Aber dennoch hält das Sie eine Form der Distanz aufrecht, die gefühlt doch schon lange weg ist in den Gesprächen.

Ich weiß nicht, ob dazu wer was sagen kann, aber ich wollte es einfach gern mal loswerden

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Launebär
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Beitrag Di., 12.03.2013, 14:10

Hallo Fast Forward,

das klingt doch nach einem guten Thema um das in der Therapie zu besprechen, oder was denkst du?

Ich sehe den Vorteil darin, dass Therapie auch Übungsraum ist. Wenn das "Du" plötzlich unpassend ist, wird sich das vielleicht auch wieder zurückändern lassen, was in anderen sozialen Kontexten unangebracht wäre.

Also wenn du dich traust: Sprich es an


Ps: Und ja, mir ist auch schon ein Du rausgerutscht und auch meiner Thera gegenüber mir. Ich seh das unproblematisch. Je nach dem, wo man gefühlsmässig grad drinsteckt, ist es vielleicht schwierig, sich solch formalen Angelegenheiten noch zu widmen.

Ein negatives Beispiel dazu wär vielleicht, wenn man in Ärger eine andere Person duzt. Da vergisst man das Formale vor lauter Gefühlen auch.


leberblümchen
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Beitrag Di., 12.03.2013, 14:17

Siri, also das hätte ich ja nun nicht gedacht

Ist natürlich eine Typ-Frage. Ich duze grundsätzlich viel lieber, als dass ich sieze, wobei mir gerade auffällt, dass die Studenten die Sprachdozenten immer duzen, während die anderen Dozenten gesiezt werden. Wenn ich dürfte, würd ich auch die Professoren duzen - und ich lasse mich auch gerne duzen; das macht mich jünger

Aber mein Therapeut ist so ziemlich der Einzige, bei dem ich mir das dauerhaft nicht vorstellen kann, was halt an ihm persönlich und seiner Art liegt: Er hat immer so was Korrektes an sich, was eben Vor- und Nachteile hat. Ideal wäre es natürlich, wenn er mich duzen würde, ich ihn aber sieze, aber das ist nur so eine Spinnerei von mir.

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Launebär
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Beitrag Di., 12.03.2013, 14:22

titus2 hat geschrieben:Ideal wäre es natürlich, wenn er mich duzen würde, ich ihn aber sieze, aber das ist nur so eine Spinnerei von mir.
Ja, das könnte ich mir auch gut vorstellen.

Auch wenn ich gerade ziemlich gut in den Gefühlen oder gedanklich in einer Situation bin, holt mich das "Frau Launebär" prompt immer wieder raus. Nicht so hilfreich, finde ich. Andererseits gut, wenn ich rausgeholt werden muss.

Aber wer weiss, vielleicht lässt sich das sogar machen und ist gar nicht so eine Spinnerei? Vielleicht wärs auch ganz interessant zu sehen, was dein Therapeut dazu sagt, gerade wenn er so korrekt ist...?

Titus2, ich habe gerade eine Frage "im Thread für alle Fragen" zum Thema Siezen-Duzen gestellt, auch zur Uni und so. Falls du magst, würde mich eine Antwort von dir interessieren

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Fast Forward
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Beitrag Di., 12.03.2013, 15:47

Launebär: Danke für die Antwort Ist natürlich ein schwieriges Thema zum Ansprechen, das bringt wieder so viele Implikationen, vor allem würden wir wieder darüber reden, was er für mich darstellt, und das ist momentan nicht gerade mein Lieblingsthema Aber mal sehen, was sich so ergibt.

Mir fällt gerade ein, dass der große Altersunterschied zwischen uns ja auch Distanz schafft und die wird dadurch verstärkt, dass ich ihn sieze, er mich aber duzt (ich fände es anders befremdlich und er hat mich gleich von Anfang an danach gefragt ob mir das passt).

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Siri81
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Beiträge: 238

Beitrag Di., 12.03.2013, 16:23

@titus, das hätte ich auch nicht gedacht Mir wäre wohl auch momentan am geläufigsten, wenn er mich duzen und ich ihn siezen würde. Aber so ist es auch ganz gut, wenngleich eben für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe mich schon sehr gefreut über sein Angebot, aber hab es heute in der Stunde auch ganz tunlichst vermieden, ihn direkt anzureden Irgendwie kommt es mir noch zu "respektlos" vor, keine Ahnung... aber das gibt sich vielleicht noch. Gegen mein ständiges Misstrauen, meine Unsicherheit, die Angst innerhalb von Beziehungen ist das "Du" aber durchaus gut, denke ich.

Im Allgemeinen duze ich eigentlich auch lieber, wobei mir das gerade mit Älteren wiederum schwer fällt (Lehrer, Dozenten, Geschäftspartner). Es war schon eine riesen Überwindung, die Geigenlehrerin meines Sohnes zu fragen, ob wir uns nicht duzen sollen - wir sind gleich alt, verstehen uns sehr gut und kennen uns sogar noch aus Kindheitstagen vom Sehen her, haben zusammen im Orchester gespielt.. Trotzdem hatte ich irre Angst, sie könnte ablehnen und mich unverschämt finden.. aber sie hat sich doch tatsächlich gefreut darüber

Mein Thera ist auch eher "steif", also ein sehr in sich gekehrter Mensch, eher still, leise, sehr einfühlend, aber eben schon auch irgendwie distanziert (oder bin das wieder ich, die ich in ihm da sehe, wenn er mit mir spricht? Hmm..). Im Leben hätte ich nicht gedacht, wir würden uns mal duzen!


@FastForward: Wenn dir dein Thera das "Du" doch schon mal angeboten hat, dann könntest du ihn doch nochmal darauf ansprechen? Er wird seine Meinung da bestimmt nicht geändert haben und wertet es vielleicht als positives Zeichen deines Vertrauens und eurer Beziehung, wenn du jetzt bereit dazu bist?
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