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Di., 12.03.2013, 10:16
Einerseits denke ich ja, dass es vielleicht gerade deshalb nicht schlecht ist, Sie und Du je nach Situation so weiter zu pflegen - eben, um diese verschiedenen Rollen / Beziehungsgefüge besser voneinander trennen zu können, es sich eben nicht so sehr vermischt und mich durcheinanderbringt. Andererseits erscheint mir das schwierig. Der Kurs ist zwar keine Gruppentherapie und inhaltlich nur am Rande mit der Einzeltherapie verbunden, aber ER ist halt ein und dieselbe Person.. mir fällt es auch eher schwer, "du" zu sagen als "Sie", wohl auch, weil ich ihn als Therapeut ein wenig (zu viel?) idealisiere und schon etwas zu ihm aufblicke. Mir kam es gestern total komisch vor, als er mich geduzt hat, einerseits schön, andererseits war da fast schon so etwas wie Scham.
Der Kurs geht glaube ich über 8 Termine plus ein ganzer Übungstag, zieht sich aber, da zweiwöchentlich und Ferien dazwischen, bis Juni.. also schon noch eine Weile.
Die Konrektorin unserer Schule hatte ihre Kinder mit unseren im Kindergarten, dort haben wir uns auch ganz selbstverständlich geduzt. Ich habe mich dann auch gefragt, wie das in der Schule sein wird, aber auch da geht sie recht locker mit den Eltern um und duzt sie auch weiterhin. Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass mein Therapeut sich in der Einzelstunde auf ein Du einlassen wird, ich weiß auch nicht, ob das so gut wäre. Einerseits schafft es Nähe, andererseits - vielleicht ist die "professionelle Distanz" mit dem Siezen doch eher aufrecht erhalten und in manchen Situationen besser? Ich weiß es nicht, bislang hatte ich mir nie darüber Gedanken gemacht, ich wäre nie auf die Idee gekommen, ihn zu duzen.
Dass dir das "du" rausrutscht, ist ja witzig Merkt er das? Reagiert er da irgendwie drauf? Ich kann mir schon vorstellen, dass wenn man gerade eine besonders intensive Verbindung zueinander spürt, dass sich das auch sprachlich eben so bemerkbar macht. Zumindest merke ich auch an meiner Wortwahl manchmal, ob ich gerade einen Draht zu meinem Thera habe oder mich eher weit weg von ihm fühle.
"Dinge sehen wir nicht so, wie sie sind,
sondern so, wie wir sind."