Was tut ihr gegen Suizidgedanken?

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SamuelZ.
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Beitrag Mo., 22.11.2010, 08:42

Hallo, die Tipps gefallen mir sehr gut!
Vielleicht können diese hier auch etwas weiterhelfen:

-ich melde mich krank und nehme meine Krankheit also ernst.
- ich backe mir einen Kuchen.
- ich lasse mich verwöhnen: Massagen, gekaufter Sex (habe damit leider noch keine Erfahrungen gesammelt; gibt es sowas überhaupt für Frauen?)
- ich buche schöne Sachen und lege somit Termine in die Zukunft: Selbstfindungsseminare zum Thema "innerer Kritiker", Yoga-Urlaube, etc. (auch wenn es mir jetzt noch keinen Spaß machen wird, denke ich an die Sandy der Zukunft)
- mit der Sandy der Zukunft (ich im Alter von 45 Jahren, z.B.) in Kontakt treten, ihr einen Brief schreiben und ihr von den Suizidgedanken berichten.
- Wenn ich völlig apathisch bin: Yoga- und Atemübungen im Bett oder auf dem Sofa, damit die Energie wieder ins Fließen kommt

lg Sandy

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Dornröschen Dorn
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Beitrag Mo., 22.11.2010, 11:45

Ich hab grösstenteils meistens starke Kraftlosigkeit bei den Gedanken (also wohl Depressionen mit bei), sodass ich kaum irgendwas noch machen könnte. Kuchen backen wäre für mich selbst schon unmöglich. Aber das ist ja individuell.


Call Boy heisst das doch für Frauen mit "gekaufter Liebe" .

SandyZ. hat geschrieben:- mit der Sandy der Zukunft (ich im Alter von 45 Jahren, z.B.) in Kontakt treten, ihr einen Brief schreiben und ihr von den Suizidgedanken berichten.

Das finde ich gut! (das erinnert mich gerade an den wundervollen Film von gestern mit: "Das Haus am See" . Da schreiben sich immer welche und wollten sich aber erst in paar Jahren treffen - 2 Jahren. Sie taten so gegenseitig, als schreiben sie von der Zukunft aus demjenigen einen Brief. Das finde ich ja sehr romantisch.. War auch ein Liebesfilm mit Keanu Reeves und Sandra Bullock)


Mir fällt schon wieder was ein gg : Achtsamkeitsübungen oder auch diese Imaginationsübungen (oder wie die heissen Letztere). Erstere sind auch hilfreich, finde ich. Wenn man Tee kochen will zum Beispiel, dann sagt man sich in Gedanken jeden Schritt vor.. "Jetzt nehme ich die Tasse und stelle sie hin, hole den Löffel, fülle den Kocher mit Wasser, etc" . Das hilft unliebsame Gedanken auch abzustellen oder zu verdrängen besser gesagt. Und Letztere sind ja diese gewissen "wegbeam" - Vorstellungen mit: Einsame Insel und kann mir alles dahin zaubern was ich gerne hätte jetzt und dazu höre ich immer MUsik und stelle mir vor, der Sänger (Unplugged Musik zb) sitzt neben mir jetzt da und dort und spielt nur zum Trost für mich gerade usw. Das half auch sehr extrem gut für den Moment (auch zum einschlafen gut) .


LG
Erfahrungen sind die Schlüssel zu noch mehr Glück und Vollkommenheit, für alle Schlösser, die das Leben mir noch bringen wird..



Lieben Gruss und bis bald!

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SamuelZ.
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Beitrag Mo., 22.11.2010, 12:43

Hallo Dornröschen,
ich finde die Idee mit den Achtsamkeitsübungen auch sehr schön. In der Meditation läuft es ähnlich ab. Dennoch finde ich es auf Dauer sehr anstrengend, du nicht auch?
lg Sandy

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Dornröschen Dorn
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Beiträge: 2323

Beitrag Mo., 22.11.2010, 23:38

Hi!


Naja, ob das so für auf Dauer sein soll? Bei Meditation kann ich das Tägliche noch verstehen. Aber Achtsamkeitsübungen würde ich "nur mal so" für den Moment nutzen.. Ich halte Achtsamkeitsübungen nur für ca. 15 Minuten aus.. Sonst werden das ja innerliche Selbstgespräche.. Also, mir sind die nicht anstrengend. Man muss eben Konzentration aufbringen, aber das soll man doch gerade! Bei Meditation weiss ich nicht so genau wie das da so mit Anstrengung aussieht.


LG
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Procrastinator
Helferlein
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Beitrag Do., 13.10.2011, 21:03

Habe jetzt mal ganz beliebig diesen Thread zum Thema Suizidgedanken herausgesucht.
Das Problem, welches ich derzeit habe, ist, dass ich ich selbst nicht richtig einschätzen kann was ich da seit geraumer Zeit für gedanken habe.
Fakt ist, dass bei mir jetzt schon seit längerer Zeit quasi mit täglicher Frequenz "solche" Gedanken auftreten.
Angefangen hat es irgendwie mit Bildern vorm inneren Auge, wie ich mir irgendwie ein Messer ins Gesicht ramme oder mich erschieße oder sonst irgnedwas ähnliches. Klingt lächerlich, aber irgendwie traten bzw. treten diese quasi von ganz alleine auf. Manchmal halte ich mir auch meine Hand als imaginäre Pistole an den Kopf und drücke ab.
Irgendwann hab ich dann angefangen ab und zu vor mich hinzumurmeln "Ich wünschte ich wäre tot". Das ist aber auch irgendwie so ein Automatismus, ein Tick, wobei ich mir nicht sicher bin wie bewusst oder unbewusst ich dies tue. Das bedeutet: Ich sitze auf der Toilette oder bin am Duschen, denke über irgendwas nach und plötzlich kommt solch ein Satz aus mir raus.
Naja, aber seit geraumer Zeit ist das ganze nun irgendwie verstärkt ins "Bewusstsein" vorgedrungen - soll heißen, dass mit täglicher Haufigkeit der Gedanke an Selbstmord auftritt. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob es sich dabei wirklich um ein unterbewusstes Verlangen nach Selbstmord handelt oder einfach bloß ein "thematischer" Gedanke. An schlechten Tagen erlebe ich es schon, dass es so in die Richtung "Wunsch Tod zu sein" tendiert, an an anderen Tagen wiederum tritt der Gedanke auf, wird dann aber irgendwie wieder als übetrieben und zu dramatisch abgetan.
Außerdem ertappe ich mich oft dabei, wie ich darüber nachdenke, ob meine Familie dies überstehen würde, sollte ich sowas wirklich einmal tun. Manchmal werde ich auch für einen - wenn auch zumeist nur kurzen - Moment nahezu wütend auf meine Eltern, dass sie mich überhaupt in die Welt gesetzt haben (lächerlich, ich weiß!!!). Außerdem sympathisiere ich seltsamerweise mit Leuten, die es wirklich in die Tat umsetzen: Wenn ich in den Medien von Selbstmördern höre fühle ich mich diesen meist sehr verbunden und habe irgendwie mehr Respekt als wirkliches Mitleid. Letztens habe ich von diesen 3 Mädchen gelesen, die sich gemeinsam in einem zelt umgebracht haben. Normal sollte man wahrscheinlich bestürzt reagieren wenn man so etwas liest, und es ist ja irgendwie auch wirklich äußerst traurig, aber ich denke mir dann immer nur:"hmm.....ok, ihr habt euch also auch nicht wohl fühlen können im leben."

Ich weiß gar nicht warum ich das jetzt überhaupt geschrieben habe. Aber jetzt wo es hier schon steht drücke ich einfach mal auf "Absenden".
edit: Ich denke mal eine Meinung eines Außenstehenden und/oder auch Gleichgesinnten würde mir einfach helfen diese Gedanken besser bewerten zu können. Ich habe versucht sie so wahrheitsgetreu wie möglich wiederzugeben, weiß aber irgendwie überhaupt nicht wie ich das ganze einschätzen soll.
Sind das nun diese ominösen "Suizidgedanken"? Sollte ich Bednken haben, dass da irgendwann einmal "mehr" draus wird? Selber kann ich dies irgnedwie nicht so recht für mich beantworten, aber es fühlt sich ganz gut an dies einfach mal für mich selber verschriftlicht zu haben...

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The Universal
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Beiträge: 132

Beitrag Do., 20.10.2011, 19:16

Ich denke mir immer, dass andere Menschen den Tod mehr verdient haben, als ich, denn sie sind die schlechteren Menschen.
The Ultimate Way III - 01.10.2012

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Celice
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Beiträge: 241

Beitrag Do., 20.10.2011, 19:31

Muss man etwas gegen Suizidgedanken tun? Mich erleichtern sie, zumindest wenn ich es ernst meine. Langsam glaube ich sie mir nur selbst nicht mehr, weil ich sie nie umsetze.

Allerdings haben sich meine Suizidgedanken in letzter Zeit verändert. Früher hab ich mir immer vorgestellt, in einer Hotelbadewanne unter Zuhilfenahme eines guten Teppichmessers auf die Suche nach meinen Armschlagadern zu gehen. Inzwischen halte ich das für nicht sicher genug. Diese Woche hab ich mir vorgestellt, ich warte (an bereits ausgesuchter Stelle) auf einen ICE. Was mich allerdings davon abhält ist, dass ich dem Lokführer kein Leid antun will, weil ich denke, dem geht es anschließend bestimmt nicht gut.

Ich hätte gerne eine Kapsel, bei der ich wüsste, ich muss sie nur schlucken, wenn ich nicht mehr kann. Wahrscheinlich würd ich sie nie nehmen, aber das Leben fiele mir leichter. :(


Widow
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Beiträge: 2235

Beitrag Do., 20.10.2011, 21:35

Liebe Celice,

diese Kapsel, sie gibt es nicht. Es gibt nur allerhand, was man zunächst zermörsern muss. - Und dann auch sich gründlich vorbereiten muss vor und zu der Einnahme des Zermörserten.
Wer, als medizinischer Laie, gehen möchte - mit ziemlicher (ganze gibt es leider nicht) Sicherheit und ohne andere, wie z.B. LokführerInnen, zu traumatisieren -, der/die muss dafür schon einen Tag Vorbereitung aufwenden. Das erscheint mir übrigens auch angemessen für solch eine Entscheidung. (Gut, es gibt eine Methode, die nur ein paar Atemzüge - und Diverses aus dem Internet - benötigt, doch so "kurzschlüssig" sollte dieses Unternehmen wohl doch nicht durchgeführt werden.)

Vielleicht hülfe Dir zu wissen, dass es zwar nicht "die Kapsel", aber die "Technik" gibt.
Mir hilft sie. Zu leben. Und manchmal auch zu lachen. Über mich kleines erbärmliches dummes und vielleicht immer noch liebenswertes Mensch, das seine Schublade aufzieht und mit glänzenden, traurigen Augen auf die "Technik" blickt, wissend: Jederzeit, wenn ich die Zeit eines Tages (im doppelten Sinne: Irgendwann und binnen 24 Stunden) habe, um es ins Werk zu setzen, kann ich es tun, bin ich dazu imstande, dafür versorgt.
Heut ging's bei Widow auf der Couch auch genau darum. Darum auch, warum sie jetzt nicht "kann". Weil da noch eine Sehnsucht ist, ein Wunsch, eine Bedürftigkeit.
Mister Bienentanzsprecher von Planet Gemini52 aus 80.000 Lichtjahren Entfernung von hinter der Couch war ziemlich groß-artig.

"Deiner" wird es nach seinem - Analytikerhirn-Durchbrennen-verhindernden - Urlaub auch wieder sein.

Was für ein Betonmischer ist diese Couch?!

Ich drück' Dich, herzlich
Widow (deren Analytiker im Jahr 17 Wochen Ferien macht. Sic! --- Kann's daran liegen, dass diese Couch nicht nur für die/den, die/der drauf liegt, ein Betonmischer ist, sondern auch für die dahinter?)

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Sir_Bobbes
neu an Bo(a)rd!
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Beiträge: 3

Beitrag Fr., 04.11.2011, 19:31

Widow hat geschrieben:diese Kapsel, sie gibt es nicht. Es gibt nur allerhand, was man zunächst zermörsern muss. - Und dann auch sich gründlich vorbereiten muss vor und zu der Einnahme des Zermörserten.
gabs da nicht solche Zyankali-Kapseln für Astronauten ?

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Bullmastif
Helferlein
Helferlein
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Beiträge: 87

Beitrag Fr., 11.11.2011, 11:40

Ich mache auch Sport habe aber auch immer wieder Suizidgedanken. Ich traue es mir aber nicht den Psychiater zu sagen, weil er mich sonst wahrscheinlich einweist. Auch bei mir vergehen die Gedanke nie . Irgendwie bin ich froh wenn das Leben vorbei ist.

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solitaire
sporadischer Gast
sporadischer Gast
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Beiträge: 12

Beitrag Mi., 16.11.2011, 02:00

- rausgehen, unter Menschen gehen, die mir gut tun, Sport, einkaufen
Aber was, wenn das Alles nicht mehr geht?

Wenn man sich rausschleift zur Arbeit und nur noch funktioniert?
Zuhause dann 10mal denkt: "gleich mache ich das und das (z.B. Sport machen, einkaufen gehen oder spazieren)" - es aber nie tut und irgendwann ist es mitten in der Nacht und man geht doch schlafen, aengstlich vor dem naechsten Tag?
Pillen sind doch auch keine Loesung, man kann doch nicht sein Leben lang Tabletten nehmen, nur um zu ueberleben...

Wie geht ihr gegen diese Antriebslosigkeit vor?

Suizidgedanken gehen nicht weg, sie verstecken sich nur und kommen hervor, sobald man nicht aufpasst... es ist so hoellisch anstrengend!

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