Mein Mann, die Wohnung und ich

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
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candle
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Beitrag Do., 02.04.2009, 20:33

Ich habe immer noch nicht begriffen wie ernst die Lage ist.

Ist er nun einem Messie nahe oder Du ein fanatischer Reinheitsfreak?

Was erwartest Du Dir von uns?
Oder wolltest Du Dich jetzt nur mal aufregen- Druck ablassen?

candle
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(V)
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Beitrag Do., 02.04.2009, 20:46

Hallo Christine,

ich verstehe deine Wut und Verzweiflung. Ist nur leider kontraproduktiv.

Fraglich ist wirklich, wie du auf die Idee kamst, nachdem du seine alte Wohnung kanntest, dass sich das im Zusammenleben bessern würde. Mit Verlaub, bei einem (damals?) 38 bzw. 39jährigen hoffen, dass sich solch einverfleischte Verhaltensmuster aus lauter Verliebtheit "einfach mal so geben", ist durchaus etwas naiv.

Ooookay... *an die eigene Nase pack*... aber ich hab ne gute Ausrede: Mein Ex wohnte noch bei seine Mami, die ihm schön alles wegräumte und ihn nichts machen ließ. Ich konnt's nicht ahnen.

Aber deswegen verstehe ich dich ja auch so gut: Bis man wirklich begreift, dass er nicht anders kann, selbst wenn er will, alles Wüten und Toben, Regeln und Haushaltspläne keinen Sinn macht und nur kontroproduktiv ist... er wirklich krank ist und nicht etwa einfach nur "stinkefaul"... vergingen bei uns sage und schreibe 3 bis 5 Jahre gemeinsames Wohnen. Denn es ist sehr schwer nachzuvollziehen, dass da nicht nur "Faulheit" und "Desinteresse" dahinter stehen. Und wenn der Schritt vollzogen ist, dann fällt es noch mal so schwer zu akzeptieren, dass man nichts - aber auch wirklich nichts! - tun kann!

Vielleicht kriegst du ihn am WE zum aufräumen. Vielleicht nicht. Vielleicht räumst du einfach auf, schmeißt seine Sachen weg, wenn er nicht da ist, um erst mal Grundordnung reinzukriegen. Aber es wird wieder so kommen. Und wieder. Und wieder.

Und je öfters du Druck machst, je öfters du ihm direkt oder indirekt einfach nur "Faulheit" vorwirfst, um so schlimmer wird es werden. Bisschen Druck machen ist schon okay. Muss ja auch sein. Aber mit WUT im Bauch und Vorwürfen, und in der DU-Form...

"Der kann ja, der will nur nicht..." Uhh, das ist ein ganz böses Argument, auch wenn es sich aufdrängt.
Das ist genauso sinnig, wie einem schwer Depressiven zu sagen: "Nun stell dich mal nicht so an! Dir geht's doch super!"

Und übrigens, sehe ich die selben Fehler bei dir, die auch ich gemacht habe. Du wartest auf ihn. Du redest und redest mit Engelszungen auf ihn, vermutlich mal flehend, dann mal verzweifelt, ein anderes mal wütend. Aber gehst du mit gutem Beispiel voran? Du schläfst ja offenbar wochends auch gerne aus. Du lässt zu, dass du nicht an DEINEN Kleiderschrank rankommst.

Das Motto heißt hier wohl: "SOLANGE er nicht, dann... ich auch nicht."

Einige Punkte an deinem Text verstand ich nicht, z.b. dass nur noch am Schreibtisch/auf dem Schoss essen können. Es ist auch dein Tisch. Denn kannst auch du aufräumen und dich an den Tisch setzen (und dann sauber halten), aber du wartest, bis er sich bequemt.

Ich empfehle es nochmals: Richte dir deinen eigenen Bereiche ein, in denen du du sein kannst.

Natürlich willst du ihm nicht hinterräumen. Völlig verständlich. Wenn ER z.B. den Tisch zumüllt, wieso sollst du das dann alleine wegräumen?! Aber in dem du wartest, bis der Herr sich mal bequemt und es "aussitzt", bis er vielleicht irgendwann mal bereit ist... schadest du dir selbst. Das meinte ich damit: Man kann es nicht gewinnen.

Gothika

PS: Auch Messi's können putzen! Sie tun es nur - warumauchimmer- nicht! Jeder kann einen Putzlappen in die Hand nehmen solange nicht ganzkörperbehindert. Das ist kein Argument. Und Sachen einfach ins Schlafzimmer schmeißen hat mit Ordnung halten etc. nicht viel zu tun...

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w_s_
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Beitrag Do., 02.04.2009, 20:54

Gothika hat geschrieben: Ooookay... *an die eigene Nase pack*... aber ich hab ne gute Ausrede: Mein Ex wohnte noch bei seine Mami, die ihm schön alles wegräumte und ihn nichts machen ließ. Ich konnt's nicht ahnen.
@ Gothika, kurzer Zwischenruf: echt? Sowas bekommst doch schnell mit - oder?

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candle
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Beitrag Do., 02.04.2009, 20:59

Mein Ex war auch bei seiner Mutti um den Popo gepudert zu bekommen. Bei uns war er ein toller "Hausmann" neben dem Beruf.
Also es kann alles so und so laufen.

Es ist wohl immer die Frage wie man was braucht, womit man leben kann, was jemand kurzfristig und dauerhaft verändert- sollte man alles doch immer für sich selber günstig verändern- auch für eine Partnerschaft?

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(V)
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Beitrag Do., 02.04.2009, 22:12

@ Gothika, kurzer Zwischenruf: echt? Sowas bekommst doch schnell mit - oder?
Dass er ein Messi ist, oder das seine Mutti ihn so sehr "verwöhnte?"

Sollte man meinen. Aber da laufen stets die selben Muster, die ich auch immer wieder bei anderen Angehörigen in ähnlicher Lage wiederentdecke. Jedesmal. Und sicherlich auch hier in diesem Fall:

Zunächst einmal glaubt man, es sei nur Faulheit und er habe es halt nie richtig gelernt. Siehe Candles Beispiel: Kann ja sein.

Dann denkt man: Gut, hilft man ihm es zu lernen. Mehre Versuche.

Und es dauert natürlich bis so eine Bude wirklich, wirklich verdreckt ist. Dann ist mal wieder für ein paar Wochen Monate/Ruhe.

Man will sich ja auch nicht ständig wegen Ordnung streiten, vor allem wenn die ganz große Liebe ist und/oder man wie ich aus nem Cleanie-Haushalt kommt.

Weitere Monate ziehen ins Land. Man versucht es noch mal mit Regeln, Haushaltsplänen. Funktioniert nicht. Mittlerweile gelang man zu der Überzeugung: DER KANN, ABER WILL NICHT. Er ist halt faul.

An dem Punkt verändert sich die Tonart schon merklich.

Weitere Versuche. Gut zureden. Es ist mal wieder aufgeräumt. Es geht eine Weile gut. Eine kurze Weile. Weitere Zeit verstreicht.

Man wird verzweifelt. Man fängt an es persönlich zu nehmen. "Sieht er denn, wie mich das stört? Wie mich das auffrisst? Wie es an unserer Beziehung nagt? Wie ich darunter leide? Liebt er mich nicht genug?"

Und dann fängt man langsam an zu erahnen, dass er krank ist. Nicht anders kann. Wie oft saß er vor mir, ein Häufchen Elend, wenn ich mal wieder ne Szene wegen der Ordnung hinlegte, wofür ich mich - Cleanie-Mutter geschädigt - natürlich selbst hasste. Weint. Man fordert Antworten. Stellt fragen. Er sackt in sich zusammen. Weint. "Ich weiß doch auch nicht. Ich bemühe mich doch!"

Man beginnt zu ahnen, er ist krank. Aber von MESSI hat man noch nie gehört. Zumindest damals war das Thema nicht in den Medien. Woher soll das wissen auch kommen. Ist schon ein wichtiger Schritt, sich einzugestehen, dass der Partner krank ist. Noch gewichtiger ist jedoch, dass DER es sich eingestehen muss. Oftmals zwei paar Schuhe.

Und ja, da können nun mal einige Jahre ins Land gehen. Na ja, heute habe ich natürlich ein Messi-Frühwarnsystem. Riech auf 5 km Entfernung. Schaden macht vielleicht doch klug!

Und unsere Threaderöffernerin scheint halt in der Phase "Er kann, will aber nicht." zu sein. Die anderen folgen auf den Fuß. Kann aber dauern. Jetzt erst mal groß Reine machen, große Szene, große Versprechen, ehrliches Bemühen... ein paar Wochen und Monate geht es gut. Und so weiter.

Falls du das mit der Mutter gemeint hast, hier das selbe Spielchen:
Meine Güte, ich war 19 (!) als ich da erst mal aufschlug. Sie ist halt so eine müttlerliche Überfürsorgliche. Was könne daran schilmm sein? Eigentlich total süß. Vor allem wenn man es selbst von Zuhause nicht kennt. Liebte Schwiegermutti mehr als meine eigenen Eltern.
Klar, das Zimmer war schon ein bißerl chaotisch. Und was Zusammenleben und Co angeht... hat man in dem Alter keine Erfahrung, juckt das auch nicht.
Außerdem war es nur eine keine Mietwohnung, das Zimmer winzig. Natürlich war es ein wenig überladen. Und wenn ich am WE da war, dann hatte ich wirklich ganz andere Sachen mit ihm Kopf als seine Mutti. *g*. Dann waren wir entweder auf Tour, oder verkrochen uns ins Bett (einzige Sitzgelegenheit vom PC-Stuhl abgesehen).

Und mein Ex hat mir auch einen guten Grund genannt: Damit seine Übermutti nicht überall rumschnüffelt. Die "Mutti-Abschreck-Unordnung". Berechtigt übrigens. Hätte ich damals ahnen können, dass er dieses Muster beibehält, auch wenn Mutti längst nicht mehr da ist?

Ich muss auch der fairnesswegen dazu sagen: Im Laufe von 12 Jahren hat er doch ein bisschen gelernt. Zumindest als wir getrennte Wohnungen hatten und er bei mir "nur" zu Gast war. Meist täglich. Aber da war es ja auch nicht seine Wohnung. Er hat sich... bemüht. Aber das reicht bei so Extremen nicht. Er hat mir einmal die Woche beim Putzen (bzw. Versuch zu putzen) geholfen. Aber sich auch dabei leider recht blöd und unbeholfen angestellt, so dass er mir nicht selten mehr im Weg stand. Trotzdem muss ich sein Bemühen anerkennen.

Und dass er so richtig, richtig Messi ist, das kam dann erst raus, als er dann zwangsweise zur eigenen Wohnung von mir verdonnert wurde. Auch hier eine Entwicklung über Jahre. Anfangs durfte man ihn noch besuchen, wurde einmal im Jahr Großreine gemacht. Als das ausblieb... wurde es schlimmer und schlimmer.

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Christine_Walter
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Beitrag So., 11.10.2009, 15:15

Seit wir zusammen wohnen, krieg ich die Krise. Er (ist nur am Wochenende daheim) lässt alles stehen und liegen. Vor 6 Wochen erbte er die Garderobe seines verstorbenen Vaters, und die Klamotten fliegen jetzt überall rum. Wenn er im Wohnzimmer isst, liegt nachher die Wurstpelle auf der couch und das Geschirr auf dem Tisch. In unsere Wohnung kann man keinen Besuch reinlassen, ich krieg schon Panikattacken wenns klingelt. Habe seit einem Jahr die Fenster nicht mehr geputzt weil der Weg dorthin einfach nicht frei ist. Breche mir fast die Knochen, weil der Boden übersät ist mit irgendwelchem Mist. Er hat mir versprochen, heute mit mir zusammen aufzuräumen, aber er pennt immer noch. Wenn ich ihm Dampf mache, behauptet er, unter Druck nicht arbeiten zu können. Er verwüstet die ganze Wohnung innerhalb kürzester Zeit.
WAS SOLL ICH BLOSS MACHEN???

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Eve...
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Beitrag So., 11.10.2009, 16:14

Ihn in seinem Chaos sitzen lassen und Dir ein eigenes Zimmer bzw. kleines Appartement irgendwo nehmen - als Schreckschuss unübertrefflich.

Dein Mann ist nur am Wochenende zuhause? Dann hättest Du doch in der Woche eigentlich Zeit und Gelegenheit, klar Schiff zu machen. Ich würde nicht tatenlos in dem Durcheinander sitzen - den Weg zum Fenster hätte ich mir in einem Jahr längst freigeschaufelt, soviel ist sicher.

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candle
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Beitrag So., 11.10.2009, 16:31

Eve... hat geschrieben: Ich würde nicht tatenlos in dem Durcheinander sitzen - den Weg zum Fenster hätte ich mir in einem Jahr längst freigeschaufelt, soviel ist sicher.
Ich hatte mich natürlich auch gefragt wie es kommt, wenn er so selten Zuhause ist. Kann es sein, dass Du selber nicht so motiviert bist aufzuräumen. Klingt für mich als wolltest Du Motivation nicht nur bei ihm erreichen, sondern auch bei Dir. Ist natürlich klar, dass es zu zweit mehr Spaß macht, aber wenn er beruflich so viel weg ist, ist es auch schwierig alles am Wochenende zu wuppen.

Warum magst Du nicht mal "Projekt Garderobe" anpacken? Die ist ja sicher nicht nur für ihn allein gedacht?

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estelle
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Beitrag So., 11.10.2009, 16:40

Erinnert mich so an dieses Thema:


http://www.psychotherapiepraxis.at/pt-f ... 03#p119703


Anmerkung Mod.: die Threads wurden zusammengeführt

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(V)
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Beitrag So., 11.10.2009, 16:59

Hattest du nicht bereits einen Thread zu exakt diesem Thema?

Klar, ist es dein gutes Recht zu schmollen und dir zu denken, dass du nicht seine Putze bist, wieso solltest DU das wegräumen, wenn ER die Verwüstung (alleine) anstellt? Der Gedanken ist sogar sehr nachvollziehbar. Aber wie man hier sieht und aus wirklich sehr, sehr eindeutiger Erfahrung kann ich dir nur sagen: Damit verliert man nur. Definitiv.

IHN stört es nicht. ER hat keine Panikattacken, wenn es klingelt. ER ist die ganze Wochen nicht zuhause und muss nicht im Chaos sitzen. Wenn auch berechtigt, bis halt (nur) DU diejenige, die ein Problem damit hat. Auch wenn's verständlich ist: Jeder ist sein eigenes Glückes Schmied.

Stolz und Trotz in allen Ehren, nicht seine Putze sein zu wollen, damit schadest du vor allem dir selbst.

Also, mal Butter bei die Fische: Du wirst ihn nicht ändern können. Höchstens minimal. Du hast drei Möglichkeiten, und sonst nichts dazwischen:

- Es bleibt alles so wie es jetzt ist, dir geht es mies damit und die Streitigkeiten riskieren akut die Liebe und Beziehung

- Du beißt in den sauren Apfel, akzeptierst diesen eindeutige Mackel an ihn, und UM DEINETSELBSTWILLEN räumst du während der Woche auf. Nicht für ihn, sondern für dich selbst. Als Minimum sich eigene Bereiche einrichten.

- Du akzeptierst das Unvermeidliche, zeihst die Konsequenz und verlässt ihn wegen "unüberwindbarer Differenzen in der Lebensgestaltung". Es sind schon mehre Beziehung als deine an der Ordnung gescheitert.

Mehr Möglichkeiten hast du einfach nicht.

Ich gehe davon aus, dass das, was du hier eigentlich hören möchtest, Erziehungstipps für Ehemänner sind. Die wirst du zumindest von mir nicht kriegen... außer vermutlich dem, was ich schon in deinem Vorgängerthread und anderen sehr, sehr ähnlichen Threads geschrieben habe. Männer und andere Menschen (*g*) sind halt keine Hündchen, die man erziehen und sich hinbiegen kann. Ein paar Kompromisse sind möglich, aber nicht bei solch ausgeprägten Unterschieden. Es wird nicht viel bleiben als zu lernen damit umzugehen, es zu akzeptieren oder die Konsequenzen ziehen.

Ein Kompriss wäre allerhöchstens noch getrennte Wohnungen trotz Beziehung. Aber in aller Regel ist das, wenn man schon mal zusammen wohnte, Gift für die Beziehung, und vor allem verbaut es die Chance auf mehr und kontinuirliche Steigerung.

Nicht um dich zu ärgern oder zu provozieren, sondern aus eben sehr einschlägigen Erfahrungen damit:

Das mit dem kein Fenster putzen können, IST eine Ausrede. Punkt. Vergleich doch mal, wie oft du dich schon darüber ausgeregt hast, wie viel Ärger, Wut, Verzweiflung, Energie und Ärger du hinein investierst hast, und wie viel es dich im Vergleich dazu gekostet hätte, den Weg selbst freizuräumen!

Und ein anderer Punkt ist Eigenverantwortung: DU selbst und ganz alleine bist für DEINE Gefühle verantwortlich. Wenn es dich dermaßen stört, du so sehr darunter leidest, dann musst DU aktiv werden. Statt dessen wartest du, bis er sich bequemt. Streitest lieber, jede Menge negative Energie... und es selbst machen, wäre definitiv die psychisch gesündere Methode. Wenn da nur nicht der Stolz im Wege wäre. Aber nicht nur Stolz, sondern es ist ja auch so, dass du ihm damit MACHT über dich und deine Gefühle gibst. Statt es in dir selbst zu lösen, kämpfst du den Kampf im Außen mit ihm. Aber es ist nicht SEIN Kampf, ihm ist das vermutlich völlig schnuppe. Und damit sitzt er immer am längerem Hebel.

Dieses Machtspielchen um die Ordnung kannst du nur verlieren!!! Und auch die Beziehung verliert dadurch deutlich. In Wahrheit geht es dabei ohnehin nie um die Ordnung per se, sondern sind das nur Metaphern für andere Sachen. Papierschnippsel und Wurstpellen sind sehr schnell aufgehoben, wenn es wirklich nur darum ginge, wäre jedes sich darüber ärgern absolute Zeit- und Nervenverschwendung. Aber meist steckt dahinter mangelnde Kommunikation, mangelnde Rücksicht, versteckte Machtkämpfe usw. Und ich gehe jede Wette ein, dass die Ordnung nicht Eurer einziges Beziehungsproblem ist.

Hmm. Schau doch nur mal: Du schreibst hier über die Wurstpelle, dreckiges Geschirr, die Garderobe und ungeputzte Fenster. In Wahrheit geht es dir um mangelnde Rücksicht u.ä., oder? Darum, dass man sich nicht geliebt fühlt, wenn jemand so gnadenlos auf den eigenen Bedürfnissen (in dem Fall nach Mindestmaß an Ordnung) rumtrampelt, und sämtliches Bitteln, Betteln, Streiten ignoriert. Mal ehrlich: Wie oft hast du dir schon direkt oder indirekt gedacht: "Wenn er mich wirklich lieben würde, dann würde er mir helfen und Rücksicht nehmen." ?

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Eve...
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Beitrag So., 11.10.2009, 17:10

Upps, den anderen Thread zum selben Thema kannte ich nicht.

Also, wenn Du hier in einer weiteren Runde die alten Zustände beschreibst, so mag das aufzeigen, wie große Deine Verzweiflung ist, aber auch, dass Du nichts ändern willst, denn andere Tipps als dort wirst Du auch hier kaum erhalten.

Nur "auskotzen" hilft Dir nicht entscheidend weiter; handeln musst DU.

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Mandy096
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Beitrag So., 11.10.2009, 18:42

Christine_Walter hat geschrieben:Habe seit einem Jahr die Fenster nicht mehr geputzt weil der Weg dorthin einfach nicht frei ist. Breche mir fast die Knochen, weil der Boden übersät ist mit irgendwelchem Mist.
Ist es nicht möglich diesen "Mist" während der Woche, wenn er nicht da ist, nach und nach auszumisten?
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leuchtturm
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Beitrag So., 11.10.2009, 19:00

Ich kenne den alten Thread nicht (werde ihn aber gleich lesen).
Nur so viel:

Ich kann verstehen, dass Christine so entnervt ist.Man kommt sich vor wie eine Mutter, die hinter ihrem Kind herräumt (was sie nicht machen sollte).

Ich habe auch so einen unordentlichen Mann. Ihn stört das Durcheinander nicht, auch wenn er nichts wiederfindet. Noch räume ich brav weg, was MICH nervt. Weil es MICH nervt.

Wobei mich selbst wundert, dass ich mich nicht beschwere

Andererseits freut er sich, wenn es aufgeräumt ist. Ich verstehe es nicht

Christine,könnt ihr denn nicht irgendeinen Kompromiss finden? Z.B. dahingehend, dass wenigstens Essensreste weggeräumt werden, und zwar von dem, der sie hergeschafft hat?

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Mandy096
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Beitrag So., 11.10.2009, 19:15

leuchtturm hat geschrieben:Noch räume ich brav weg, was MICH nervt. Weil es MICH nervt.

Wobei mich selbst wundert, dass ich mich nicht beschwere
Wenn du brav wegräumst, nichts sagst und dich nicht beschwerst, vielleicht weiß er dann gar nicht wie sehr dich das stört und nervt.
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Talis
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Beitrag Sa., 31.10.2009, 21:35

Was ich machen würd?

Ihn erschiessen

Nein nicht ganz so dramatisch aber ich würd damit nicht klar kommen. Hab einen Putzfimmel der sich zwar, seit ich meinen Freund kenne ein bisl gelegt hat aber er kommt mir zumindest soweit entgegen das er am Abend mal durch die Wohnung geht und die Dinge, die er auch gern mal herumliegen lässt, dann auch wieder wegräumt.
Man könnte sagen ich hab ihn a bisl angesteckt.

Ich kenn das, (mein ex war so) wie es ist heimzukommen und dann erst mal eine Stunde hinter anderen herzuräumen nur weil man selber gern sauber hat.

Du solltest ihm das mal (auch) mit harten, aber ruhigen Worten klar machen wie sehr dich das stört und auch belastet. Schreibs dir zur Not vorher zusammen was du ihm sagen möchtest. Das hilft dir das Problem besser in Worte zu fassen.

Wenn ers nicht versteht:
Du musst unbedingt aufhören ihm hinterherzuräumen.

Lass sein Geschirr stehen und wasch deines ab (zur Not verstecks vor ihm) Lass seine Schmutzwäsche herumliegen und wasch nur mehr deine Sachen. Irgendwann geht ihm die Kleidung aus.

Wünsch dir viel Glück!
Leben heißt Krieg - Tod? Krieg beendet.

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