Traumaverarbeitung, ein langer Prozess
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Hoeselboesel
- Forums-Insider

, 48 - Beiträge: 207
Hallo Waldschradin Hallo Maskerade
Es ist vl.komisch aber ich kann euch beiden nur zustimmen
Ich möchte auch gern mal soweit sein das es endlich ein Ende hat und ich häng manchmal nur zu tief in den alten Erinnerungen fest.
Und scheinbar irgendwie die Angst das die letzten ca.30 Jahre falsch gewesen sind.
Also ich bin nicht nur zu dumm um den ganzen Missbrauch zu entgehen ich bin auch noch zu dumm um es richtig und schnell genug zu verarbeiten.Manchmal kann ich ja nicht mal beschreiben was ich fühle weil ich denke ich müsste was anderes fühlen und ich kann das immer schlecht erklären weil ich glaube es versteht keiner.Es ist auch schwer zu verstehen das mein Stiefvater auch gute Seiten hatte ,das hab ich echt gemocht, und dann sowas ich weiss nicht wohin mit ihm weil er eben nicht nur gut oder nicht nur schlecht war .und ich versteh nicht warum ich mich so in diesem ungleichen Verhältnis verhalten habe.Ich weiss das man als Kind auf seine Eltern angewiesen ist aber warum erduldet man alles was einem selbst nicht gefällt.
Vielleicht ist es der einzige Faktor den man ändern kann, das man sich selbst aufgibt um irgendwie auf eine Andere Möglichkeit zu warten ,weil man eben noch zu klein ist.
Ich möchte nicht nur frei leben ich will frei sein von den ganzen Assoziationen die immer wieder Erinnerungen auslösen und ich zweifle ob es das überhaupt gibt. Und ich weiss nicht warum ich es mir dabei so schwer mache da ich das nicht abstellen kann obwohl ich darum weiss.
Ich wünsche jeden das er es mal für sich schafft und beneide sie auch darum und gleichzeitig erschrecke ich immer wieder das immer noch tagtäglich irgendjemanden genauso passiert.
Ist der Mensch an sich nur ein dummes Tier oder ist das genau der Mensch und will ich dann einer sein ? Jedes Huhn wird mittlerweile artgerecht gehalten warum nicht auch ich ?
Lg
Es ist vl.komisch aber ich kann euch beiden nur zustimmen
Ich möchte auch gern mal soweit sein das es endlich ein Ende hat und ich häng manchmal nur zu tief in den alten Erinnerungen fest.
Und scheinbar irgendwie die Angst das die letzten ca.30 Jahre falsch gewesen sind.
Also ich bin nicht nur zu dumm um den ganzen Missbrauch zu entgehen ich bin auch noch zu dumm um es richtig und schnell genug zu verarbeiten.Manchmal kann ich ja nicht mal beschreiben was ich fühle weil ich denke ich müsste was anderes fühlen und ich kann das immer schlecht erklären weil ich glaube es versteht keiner.Es ist auch schwer zu verstehen das mein Stiefvater auch gute Seiten hatte ,das hab ich echt gemocht, und dann sowas ich weiss nicht wohin mit ihm weil er eben nicht nur gut oder nicht nur schlecht war .und ich versteh nicht warum ich mich so in diesem ungleichen Verhältnis verhalten habe.Ich weiss das man als Kind auf seine Eltern angewiesen ist aber warum erduldet man alles was einem selbst nicht gefällt.
Vielleicht ist es der einzige Faktor den man ändern kann, das man sich selbst aufgibt um irgendwie auf eine Andere Möglichkeit zu warten ,weil man eben noch zu klein ist.
Ich möchte nicht nur frei leben ich will frei sein von den ganzen Assoziationen die immer wieder Erinnerungen auslösen und ich zweifle ob es das überhaupt gibt. Und ich weiss nicht warum ich es mir dabei so schwer mache da ich das nicht abstellen kann obwohl ich darum weiss.
Ich wünsche jeden das er es mal für sich schafft und beneide sie auch darum und gleichzeitig erschrecke ich immer wieder das immer noch tagtäglich irgendjemanden genauso passiert.
Ist der Mensch an sich nur ein dummes Tier oder ist das genau der Mensch und will ich dann einer sein ? Jedes Huhn wird mittlerweile artgerecht gehalten warum nicht auch ich ?
Lg
Aus Steinen die einen in den Weg gelegt werden kann man immer noch was schönes bauen.
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Erstmal nur kurz: Mache dich nicht permanent selber fertig! Fas schädigt auch nur dich selbst.
Es war wie es war, du bist wie du bist.
Ich bin leider so ein Typ der erstarrt, was ich auch irgenwie als die schlechteste Variante sah, inzwischen ist es andets. weil es eben durchaus auch vor weiteren Blessuren schützen kann.
candle
Now I know how the bunny runs! 

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Pianolullaby
- [nicht mehr wegzudenken]
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, 38 - Beiträge: 2241
Liebe Hoeselbroesel
Ich kann Deine Gedanken gut verstehen,
auch dass er seine guten Seiten hat. Genau das macht die Verarbeitung so schwierig.
Die Täter haben genau das gewollt.
Und nein, du bist weder blöd noch sonst etwas.
Schau mal ich bin seit mehr als 20 Jahre in Therapie. Und noch heute kommen immer wieder Dinge ans Licht,
welche ich niemals erwartet hätte, und mit denen ich immer wieder Mühe habe.
Gerade kommt rituelle Gewalt hoch. Und das mind. 23 Jahre nach Beendigung des Mb.
Du bist nicht blöd, oder dumm
Ich kann Deine Gedanken gut verstehen,
auch dass er seine guten Seiten hat. Genau das macht die Verarbeitung so schwierig.
Die Täter haben genau das gewollt.
Und nein, du bist weder blöd noch sonst etwas.
Schau mal ich bin seit mehr als 20 Jahre in Therapie. Und noch heute kommen immer wieder Dinge ans Licht,
welche ich niemals erwartet hätte, und mit denen ich immer wieder Mühe habe.
Gerade kommt rituelle Gewalt hoch. Und das mind. 23 Jahre nach Beendigung des Mb.
Du bist nicht blöd, oder dumm
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum
Liebe Hoeselboesel,
zuerst möchte ich mich Candles und Pianos Worte anschließen. Dich fertig zu machen, Dich als dumm zu bezeichnen, usw. ... brint Dich auf die falsche Spur.
Du hast damals Strategien gefunden, zu überleben und iegwdwie durchzukommen. Das war sehr gut. Und was sich bewährt, macht der Mensch weiter, auch wenn die Gefahr längst vorrüber ist. Da geht es Dir nicht anderes, als vielen Betroffenen auch. Das ist nicht dumm, sondern sehr schwer, von diesen Verhaltensmustern loszukommen. Denn sie haben uns lange geholfen und gerettet. Wir tun uns schwer, uns auf Neues einzuzulassen, neue Wege zu gehen, das Vertraute zu verlassen.
Ich selbst konnte z.B, erst vor einem Jahr beginnen, mich diesem Thema zu stellen. Ich habe in der Therapie erst ganz viel lernen müssen, damit ich dazu überhaupt in der Lage bin. Außer meiner Therapeutin hat eigentlich niemand geglaubt, daß ich eine Traumatherapie machen kann. Ich hab es ja selbst nicht geglaubt, aber sie hatte Recht und sie hat mich sehr dazu ermutigt und mich unterstützt. Ich schreibe das, daß deutlich wird, daß ich nicht seit vielen Jahren in dieser alten Geschichte rumrühre, sondern auch relativ am Anfang bin, mit der Bearbeitung. Habe den ersten Intervall meiner Traumatherapie geschafft, es war wirklich alles andere als einfach und etwa im Oktober gehts zum zweiten Intervall in die Klinik. Diese Klinik habe ich mir selber ausgesucht und ich muß sagen, das ist ein Volltreffer. Wenn ich wieder hin gehe, weiß ich ich, daß es auch dieses Mal nicht leicht wird, aber das nehme ich in Kauf, weil ich entschieden bin.
Und was Du über den Täter schreibst, also daß Du auch manche Seiten an ihm magst, das kann ich nur zu gut verstehen, denn einer der Täter war bei mir mein Vater. Und ja, ich habe nach wie vor Kontakt zu ihm. Das versteht zwar außer Piano niemand, aber letztendlich muß ich es für mich selbst entscheiden. Und das tue ich und zwar so, wie ich es für richtig halte. Denn wenn ich höre, daß daß der Kontakt abgebrochen wurde, und nach 20 Jahren immer noch alles so erlebt wird, wie damals, dann muß ich ehrlich sagen, bin ich trotz Kontakt schon weiter gekommen. Das ist ein ganz sensibles Thema, das ist mir bewußt, aber ich denke, da muß jeder seinen ganz eigenen Weg finden.
zuerst möchte ich mich Candles und Pianos Worte anschließen. Dich fertig zu machen, Dich als dumm zu bezeichnen, usw. ... brint Dich auf die falsche Spur.
Du hast damals Strategien gefunden, zu überleben und iegwdwie durchzukommen. Das war sehr gut. Und was sich bewährt, macht der Mensch weiter, auch wenn die Gefahr längst vorrüber ist. Da geht es Dir nicht anderes, als vielen Betroffenen auch. Das ist nicht dumm, sondern sehr schwer, von diesen Verhaltensmustern loszukommen. Denn sie haben uns lange geholfen und gerettet. Wir tun uns schwer, uns auf Neues einzuzulassen, neue Wege zu gehen, das Vertraute zu verlassen.
Ich selbst konnte z.B, erst vor einem Jahr beginnen, mich diesem Thema zu stellen. Ich habe in der Therapie erst ganz viel lernen müssen, damit ich dazu überhaupt in der Lage bin. Außer meiner Therapeutin hat eigentlich niemand geglaubt, daß ich eine Traumatherapie machen kann. Ich hab es ja selbst nicht geglaubt, aber sie hatte Recht und sie hat mich sehr dazu ermutigt und mich unterstützt. Ich schreibe das, daß deutlich wird, daß ich nicht seit vielen Jahren in dieser alten Geschichte rumrühre, sondern auch relativ am Anfang bin, mit der Bearbeitung. Habe den ersten Intervall meiner Traumatherapie geschafft, es war wirklich alles andere als einfach und etwa im Oktober gehts zum zweiten Intervall in die Klinik. Diese Klinik habe ich mir selber ausgesucht und ich muß sagen, das ist ein Volltreffer. Wenn ich wieder hin gehe, weiß ich ich, daß es auch dieses Mal nicht leicht wird, aber das nehme ich in Kauf, weil ich entschieden bin.
Und was Du über den Täter schreibst, also daß Du auch manche Seiten an ihm magst, das kann ich nur zu gut verstehen, denn einer der Täter war bei mir mein Vater. Und ja, ich habe nach wie vor Kontakt zu ihm. Das versteht zwar außer Piano niemand, aber letztendlich muß ich es für mich selbst entscheiden. Und das tue ich und zwar so, wie ich es für richtig halte. Denn wenn ich höre, daß daß der Kontakt abgebrochen wurde, und nach 20 Jahren immer noch alles so erlebt wird, wie damals, dann muß ich ehrlich sagen, bin ich trotz Kontakt schon weiter gekommen. Das ist ein ganz sensibles Thema, das ist mir bewußt, aber ich denke, da muß jeder seinen ganz eigenen Weg finden.
Liebe Grüße, Maskerade
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Atmen - Durchhalten - Sein
C by me
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Hi Maskerade. Hut ab, dass du Trotz Allem noch Kontakt zu einem der Täter haben kannst. Denke, man schafft evtl. dadurch leichter Puzzleteile zusammen zu fügen. Ich bin mir sicher, dass wenn mein Vater noch leben würde, ich auch Kontakt hätte( habs ja zur Mama auch noch). Ich schaffe es nicht, mich abzunabeln, los zu lösen oder wie das eben sonst so heißt.
Deshalb Hut ab
Deshalb Hut ab
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shesmovedon
- [nicht mehr wegzudenken]
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, 25 - Beiträge: 2203
Finde das bei DIS nicht seltsam noch Kontakt zum Täter zu haben. Hatte ich auch bis zu dessen Tod und liebe ihn nach wie vor. Genauso wie ich davon ausgehe, dass er mich liebte.
Ich habe aber Anteile, die anders über ihn denken. Das ist ja der Punkt an der DIS, dass man in diesem Zwiespalt als Kind steht, dass jemand, den man liebt einem sowas antut, was dazu führt, dass man sich aufteilen muss, um das händeln zu können.
Ich habe aber Anteile, die anders über ihn denken. Das ist ja der Punkt an der DIS, dass man in diesem Zwiespalt als Kind steht, dass jemand, den man liebt einem sowas antut, was dazu führt, dass man sich aufteilen muss, um das händeln zu können.
Puh! Klar denke ich das auch von den Eltern, letztlich ist es so eine Art Stabilisierung und Menschen haben ja durchaus verschiedene Facetten. Wobei? Kann man das wirklich mit und aus Liebe dem Kind antun?Schlendrian hat geschrieben: Di., 04.04.2017, 21:22 Genauso wie ich davon ausgehe, dass er mich liebte.
Neutral betrachtet, wenn mir das einer so erzählen würde, würde ich definitiv sagen: Nein! Für mich selber sieht es dann wieder anders aus.
Es ist eben ein Spagat zwischen einem kaputten System die Stange zu halten, aber andererseits frei davon zu werden. Und geht das nun wirklich?
Von Traumakliniken und auch Therapien habe ich dazu immer eine klare Ansage gehört: Keinen Kontakt zu Tätern während der Therapie, weil ja der negative Faktor permanent gegen an arbeitet. Schließlich ist man in der Zeit wirklich nicht gut in der Lage zu sehen, was hilft und was nicht hilft.
Andererseits muß ja jeder selber klarkommen, es sind hier ja alle erwachsen. Ich für meinen Teil bin in Anwesenheit der Eltern ja mehrfach zusammengeklappt. Ich hatte damals Todesängste bekommen in deren Anwesenheit. Noch heute fürchte ich mich extrem. Und ich wüßte auch nicht mehr wie man sich da gegenseitig in die Augen schauen kann. Ich bin ein extremer Hasenfuß. Ich weiß, dass andere Menschen mit Konfrontation besser mit klarkommen. Vielleicht ist es auch das, was man dann unbewußt mit den Eltern/ Tätern tut als ewiges Mahnmal: Schau was du aus mir gemacht hast! In der Weise bin ich der Geheimniskrämer. Es soll keiner wissen wie krank ich geworden bin.
Gerade in Therapie habe ich zu meiner Situation gehört, dass ich eine Wurst interessiere und die Täter durchaus friedlich mit sich leben können, denen das eigene Kind total egal ist.
Das ist alles recht widersprüchlich.
Übrigens Maskerade gibt es keine Meßlatte für Besserung oder Heilung. Was sollte die auch sein? Da muß jeder sein persönliches Ziel abstecken. Mein Ziel ist arbeitsfähig zu werden, andere wollen vielleicht einfach nur bis zu einem gewissen Grade einigermaßen angenehm lebensfähig werden. Ich kenne Menschen, die ihr ganzes Leben in Therapie sind. Bei mir hat es sehr spät angefangen, bis dahin habe ich, finde ich, ein recht gutes Leben gehabt.
Manche sind stärker und ertragen viel mehr, manche Menschen sind schwächer. Manche sind wenig kreativ neue Wege zu erproben, manche Menschen können es.
Das ist also die Frage, was jeder individuell für sich erreichen will und kann in seinen Möglichkeiten.
Ich bin froh, dass ich nach ein paar schlimmen Jahren diese PTBS Symptomatik nicht mehr habe. Ich dachte wirklich ich sterbe, weil das für meinen Körper gefühlt eine absolute Extrembelastung war.
candle
Now I know how the bunny runs! 

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Waldschratin
- [nicht mehr wegzudenken]
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, 80 - Beiträge: 4198
Liebe Maskerade,
ich hab ja auch gar nix davon geschrieben, dass das alles "so einfach" wäre - im Gegenteil!
Lies nochmal mein Post genauer und auf die Schwere und Dauer dessen hin, was man als Betroffener so alles durchmachen muß, wenn man aus dem Terror rauskommen will.
Und ja, ich sehs auch so : Im Grunde liegen wir da sehr nah beieinander.
Ich hab auch gar nicht so sehr "dir" geschrieben, sondern dabei eher an Hoeselboesel gedacht, die ja noch ganz am Anfang steht. Und ja, das hab ich damals auch so erlebt : Da hat man das Gefühl, dass man das NIE schaffen kann und alles steht wie ein unüberwindbarer Berg vor einem etc.
Und solche Phasen wird es auch bei "erfolgreicher" Bearbeitung immer mal wieder geben. "Erfolgreich" deshalb in Anführungszeichen, weil es da mMn keine "allgemeingültigen Messwerte" gibt, sondern eigentlich nur das Indiz, dass man eben nicht mehr dem Wiedererleben etc. hilflos,machtlos ausgeliefert gegenübersteht.
Alles andere liegt bei jedem selbst, wie ers bewertet.
Und hat man die traumatischen Erlebnisse an sich halbwegs unter Kontrolle, zeigt sich ja - jedenfalls bei Mehrfachtraumatisierten/Langzeittraumatisierten, und grade bei denen, wo das in der Kindheit stattfand/anfing - dann auch noch das dahinterliegende Beziehungstrauma, das man ja auch noch erlebt hat.
Und das zu bearbeiten fand ich persönlich weitaus schwieriger, "verworrener" und langwieriger in der Bearbeitung.
Ich freu mich für dich, dass du schon so weit bist in der Bearbeitung deiner Verletzungen und auch ne gute Traumatherapie gefunden hast. Intervalltherapie find ich persönlich eh die beste Art, sich dem Ganzen zu widmen. Und ich wünsche dir in dieser Zeit zuverlässige und wertschätzende Leute an deiner Seite, die dich gut stützen und schützen können, so dass du maximalen "Freiraum" haben kannst fürs Be/Verarbeiten!
ich hab ja auch gar nix davon geschrieben, dass das alles "so einfach" wäre - im Gegenteil!
Lies nochmal mein Post genauer und auf die Schwere und Dauer dessen hin, was man als Betroffener so alles durchmachen muß, wenn man aus dem Terror rauskommen will.
Und ja, ich sehs auch so : Im Grunde liegen wir da sehr nah beieinander.
Ich hab auch gar nicht so sehr "dir" geschrieben, sondern dabei eher an Hoeselboesel gedacht, die ja noch ganz am Anfang steht. Und ja, das hab ich damals auch so erlebt : Da hat man das Gefühl, dass man das NIE schaffen kann und alles steht wie ein unüberwindbarer Berg vor einem etc.
Und solche Phasen wird es auch bei "erfolgreicher" Bearbeitung immer mal wieder geben. "Erfolgreich" deshalb in Anführungszeichen, weil es da mMn keine "allgemeingültigen Messwerte" gibt, sondern eigentlich nur das Indiz, dass man eben nicht mehr dem Wiedererleben etc. hilflos,machtlos ausgeliefert gegenübersteht.
Alles andere liegt bei jedem selbst, wie ers bewertet.
Und hat man die traumatischen Erlebnisse an sich halbwegs unter Kontrolle, zeigt sich ja - jedenfalls bei Mehrfachtraumatisierten/Langzeittraumatisierten, und grade bei denen, wo das in der Kindheit stattfand/anfing - dann auch noch das dahinterliegende Beziehungstrauma, das man ja auch noch erlebt hat.
Und das zu bearbeiten fand ich persönlich weitaus schwieriger, "verworrener" und langwieriger in der Bearbeitung.
Ich freu mich für dich, dass du schon so weit bist in der Bearbeitung deiner Verletzungen und auch ne gute Traumatherapie gefunden hast. Intervalltherapie find ich persönlich eh die beste Art, sich dem Ganzen zu widmen. Und ich wünsche dir in dieser Zeit zuverlässige und wertschätzende Leute an deiner Seite, die dich gut stützen und schützen können, so dass du maximalen "Freiraum" haben kannst fürs Be/Verarbeiten!
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Waldschratin
- [nicht mehr wegzudenken]
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, 80 - Beiträge: 4198
Liebe Hoeselboesel,
ich schließe mich da auch allen meinen Vorrednern an! Du bist weder dumm noch hast du die letzten 30 Jahre irgendetwas falsch gemacht.
Im Gegenteil : Du warst bis auf den heutigen Tag fähig, das Ganze zu überleben und dennoch nicht verrückt dran zu werden!
Wie ich grade schon geschrieben habe : ich hab das auch so erlebt, dass ich anfangs dachte, da wird es nie einen Weg rausgeben für mich.
Ist ja auch klar : In den Flashbacks und im Wiedererleben erlebt man ja wie damals als Kind. Und da war man hilflos und schutzlos und ohne Möglichkeiten.
Was hättest du denn tun können? Weglaufen? Dich irgendwie wehren? Was hätte das bewirkt?
Ich habe mich hin und wieder beim sad. Mb gewehrt - und habe daher einige meiner ganz frühen Nahtoderfahrungen. Hat es mir spätere, fortgesetzte Traumatisierungen erspart, irgendwas verändert? Nein, kein bisschen... Es hat mir einige körperliche Beeinträchtigungen eingebracht, die mir auf Dauer anhängen werden und mit denen ich werde umgehen müssen, mein Leben lang.
Wichtig ist zu begreifen, dass man jetzt, als Erwachsener, weitaus mehr Möglichkeiten und Fähigkeiten hat als damals als Kind. Und damit kann man als Erwachsener seinem inneren Kind zur Seite stehen. Ich denke mal, Maskerade kann dir da grade einiges dazu erzählen, weil man sowas in der Traumatherapie meistens lernt, wie das geht.
Kontakt zu meinen Eltern hatte ich auch die ganze Zeit. Ging gar nicht anders, weil meine Mutter die reinste Stalkerin war. Sie "brauchte" mich zum "Auslagern" ihrer bösen und schlechten Persönlichkeitsanteile, die sie auf mich übertrug und auch Zeit ihres Lebens an mir zu bekämpfen versuchte.
Und ja, ich hatte auch während meiner Traumatherapie Kontakt zu ihr. Vorher hatte ich mal ein paar Jahre den Kontakt von mir aus abgebrochen - mit dem Ergebnis, dass sie mir ununterbrochen die Verwandschaft auf den Hals schickte und auch nicht davor zurückschreckte, mir die Polizei hinterherzuschicken. Da sie Borderlinerin war und daher öfter mal in psychosenahe Zustände geriet, hat sie wer weiß was alles an Szenarien erfunden, um andere dazu zu bringen, mit mir in Kontakt zu kommen - und darüber hatte SIE Kontakt zu mir.
Meine Mutter war recht leicht für mich als "böse" zu identifizieren, sie hat mir nie auch nur das Schwarze unter den Fingernägeln gegönnt und keine Gelegenheit ausgelassen, mich zu demütigen und zu beschämen.
Bei meinem Vater war das anders. Er hatte mich über ein paar Jahre mißbraucht, als ich noch sehr klein war. Dennoch war bei ihm, trotz aller Distanziertheit zu mir, doch hin und wieder seine Liebe zu mir und sein Stolz auf mich spürbar für mich.
Ich glaub, da geht es auch nur so, dass man anerkennt und akzeptiert, dass JEDER Mensch gute und böse Seiten hat.
Ich für mein Teil sehe es sogar so, dass jeder Mensch grundsätzlich zu jeder noch so krassen Form von Abartigkeit fähig ist und dass es letztlich drauf ankommt, wofür er sich entscheidet und in welcher Weise er für seine ihm mögliche Entwicklung und Reife sorgen will.
Klar hat da jeder auch wieder andere "Ausgangsmomente", aber aus sich machen kann denke ich da jeder was. Andere zu quälen, dazu braucht es ne Entscheidung, nen Willen. Sowas geschieht nicht einfach "nur so". Höchstens aus ner momentanen Hilflosigkeit seinen eigenen überschiessenden Gefühlen gegenüber.
Aber Gefühlsmanagement kann man halt auch lernen, wenn man sich entsprechend Mühe gibt...
Sowas lasse ich grade bei einem Erwachsenen gegenüber, der dann ein Kind quält, einfach nicht als "Begründung" gelten.
ich schließe mich da auch allen meinen Vorrednern an! Du bist weder dumm noch hast du die letzten 30 Jahre irgendetwas falsch gemacht.
Im Gegenteil : Du warst bis auf den heutigen Tag fähig, das Ganze zu überleben und dennoch nicht verrückt dran zu werden!
Wie ich grade schon geschrieben habe : ich hab das auch so erlebt, dass ich anfangs dachte, da wird es nie einen Weg rausgeben für mich.
Ist ja auch klar : In den Flashbacks und im Wiedererleben erlebt man ja wie damals als Kind. Und da war man hilflos und schutzlos und ohne Möglichkeiten.
Was hättest du denn tun können? Weglaufen? Dich irgendwie wehren? Was hätte das bewirkt?
Ich habe mich hin und wieder beim sad. Mb gewehrt - und habe daher einige meiner ganz frühen Nahtoderfahrungen. Hat es mir spätere, fortgesetzte Traumatisierungen erspart, irgendwas verändert? Nein, kein bisschen... Es hat mir einige körperliche Beeinträchtigungen eingebracht, die mir auf Dauer anhängen werden und mit denen ich werde umgehen müssen, mein Leben lang.
Wichtig ist zu begreifen, dass man jetzt, als Erwachsener, weitaus mehr Möglichkeiten und Fähigkeiten hat als damals als Kind. Und damit kann man als Erwachsener seinem inneren Kind zur Seite stehen. Ich denke mal, Maskerade kann dir da grade einiges dazu erzählen, weil man sowas in der Traumatherapie meistens lernt, wie das geht.
Kontakt zu meinen Eltern hatte ich auch die ganze Zeit. Ging gar nicht anders, weil meine Mutter die reinste Stalkerin war. Sie "brauchte" mich zum "Auslagern" ihrer bösen und schlechten Persönlichkeitsanteile, die sie auf mich übertrug und auch Zeit ihres Lebens an mir zu bekämpfen versuchte.
Und ja, ich hatte auch während meiner Traumatherapie Kontakt zu ihr. Vorher hatte ich mal ein paar Jahre den Kontakt von mir aus abgebrochen - mit dem Ergebnis, dass sie mir ununterbrochen die Verwandschaft auf den Hals schickte und auch nicht davor zurückschreckte, mir die Polizei hinterherzuschicken. Da sie Borderlinerin war und daher öfter mal in psychosenahe Zustände geriet, hat sie wer weiß was alles an Szenarien erfunden, um andere dazu zu bringen, mit mir in Kontakt zu kommen - und darüber hatte SIE Kontakt zu mir.
Meine Mutter war recht leicht für mich als "böse" zu identifizieren, sie hat mir nie auch nur das Schwarze unter den Fingernägeln gegönnt und keine Gelegenheit ausgelassen, mich zu demütigen und zu beschämen.
Bei meinem Vater war das anders. Er hatte mich über ein paar Jahre mißbraucht, als ich noch sehr klein war. Dennoch war bei ihm, trotz aller Distanziertheit zu mir, doch hin und wieder seine Liebe zu mir und sein Stolz auf mich spürbar für mich.
Ich glaub, da geht es auch nur so, dass man anerkennt und akzeptiert, dass JEDER Mensch gute und böse Seiten hat.
Ich für mein Teil sehe es sogar so, dass jeder Mensch grundsätzlich zu jeder noch so krassen Form von Abartigkeit fähig ist und dass es letztlich drauf ankommt, wofür er sich entscheidet und in welcher Weise er für seine ihm mögliche Entwicklung und Reife sorgen will.
Klar hat da jeder auch wieder andere "Ausgangsmomente", aber aus sich machen kann denke ich da jeder was. Andere zu quälen, dazu braucht es ne Entscheidung, nen Willen. Sowas geschieht nicht einfach "nur so". Höchstens aus ner momentanen Hilflosigkeit seinen eigenen überschiessenden Gefühlen gegenüber.
Aber Gefühlsmanagement kann man halt auch lernen, wenn man sich entsprechend Mühe gibt...
Sowas lasse ich grade bei einem Erwachsenen gegenüber, der dann ein Kind quält, einfach nicht als "Begründung" gelten.
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Hoeselboesel
- Forums-Insider

, 48 - Beiträge: 207
Hallo und Danke an alle für die Antworten
Einerseits bin ich irgendwie erleichtert das es mir nicht allein so geht anderseits macht mich genau das traurig und unsagbar wütend.
Ich arbeite an mir mit all dem hin und her und habe auch einen wirklich guten Therapeuten der mich mit dem hin und her auszuhalten weiss.Manchmal habe ich auch die Angst das er irgendwann nicht mehr kann da geht meist ne Stunde drauf um mich davon zu überzeugen das er immer noch kann und ich versuche ihm das zu glauben.ich weiss das er so ziemlich alles mit mir mitmacht,das er in seiner ganzen Aufmerksamkeit bei mir ist und ich weiss auch das ich ihm einiges abfordere .....
Einiges hab ich auch schon mal gehört und nachgelesen und probiere halt mit was ich zurechtkommen kann es ist ein auf und ab....
Manchmal hauen mich Gefühle von denen ich glaubte sie nicht zu haben oder eben gut in Kontrolle zu haben regelrecht um da bin ich so fassungslos über mich , weil ich mich total anders eingeschätzt und gesehen hab. (Hab es unter Kontrolle - aber eben nicht )
Auf der anderen Seite geht es mir besser als vor einem Jahr , da war ich kurz davor gegen dem nächsten Baum zu fahren - konnte mich nicht überwinden da ich mein behindertes Kind hätte mitnehmen müssen.Ich habe als Op Schwester gearbeitet und mir damals ernsthaft überlegt paar Medikamente mitzunehmen und es richtig zu Ende zu bringen und bin dann aus Angst davor nicht mehr auf Arbeit gegangen.jetzt bin ich schon die ganze zeit krank und habe eine berufliche Umschulung beantragt .... es dauert
Manche Sachen werden mir jetzt so im Nachhinein erst bewusst oder klar...
Warum habe ich mich von meinen Mann getrennt und halt soviel Reaktionen der letzten 30 jahre für die ich keine Erklärung hatte ....
Und so furchtbar langsam die Einsicht zu reden hilft.Aber reden will gelernt sein.... ich übe mit meinem Therapeuten reden ....
Sorry , war viel durcheinander jetzt aber ich les ganz gern hier
Eben auch das viele ähnliche Fragen haben.
Danke LG
Einerseits bin ich irgendwie erleichtert das es mir nicht allein so geht anderseits macht mich genau das traurig und unsagbar wütend.
Ich arbeite an mir mit all dem hin und her und habe auch einen wirklich guten Therapeuten der mich mit dem hin und her auszuhalten weiss.Manchmal habe ich auch die Angst das er irgendwann nicht mehr kann da geht meist ne Stunde drauf um mich davon zu überzeugen das er immer noch kann und ich versuche ihm das zu glauben.ich weiss das er so ziemlich alles mit mir mitmacht,das er in seiner ganzen Aufmerksamkeit bei mir ist und ich weiss auch das ich ihm einiges abfordere .....
Einiges hab ich auch schon mal gehört und nachgelesen und probiere halt mit was ich zurechtkommen kann es ist ein auf und ab....
Manchmal hauen mich Gefühle von denen ich glaubte sie nicht zu haben oder eben gut in Kontrolle zu haben regelrecht um da bin ich so fassungslos über mich , weil ich mich total anders eingeschätzt und gesehen hab. (Hab es unter Kontrolle - aber eben nicht )
Auf der anderen Seite geht es mir besser als vor einem Jahr , da war ich kurz davor gegen dem nächsten Baum zu fahren - konnte mich nicht überwinden da ich mein behindertes Kind hätte mitnehmen müssen.Ich habe als Op Schwester gearbeitet und mir damals ernsthaft überlegt paar Medikamente mitzunehmen und es richtig zu Ende zu bringen und bin dann aus Angst davor nicht mehr auf Arbeit gegangen.jetzt bin ich schon die ganze zeit krank und habe eine berufliche Umschulung beantragt .... es dauert
Manche Sachen werden mir jetzt so im Nachhinein erst bewusst oder klar...
Warum habe ich mich von meinen Mann getrennt und halt soviel Reaktionen der letzten 30 jahre für die ich keine Erklärung hatte ....
Und so furchtbar langsam die Einsicht zu reden hilft.Aber reden will gelernt sein.... ich übe mit meinem Therapeuten reden ....
Sorry , war viel durcheinander jetzt aber ich les ganz gern hier
Eben auch das viele ähnliche Fragen haben.
Danke LG
Aus Steinen die einen in den Weg gelegt werden kann man immer noch was schönes bauen.
Liebe Hoeselboesel,
Du hast schon viel schlimmes erleben müssen, wie die meisten anderen hier auch. Aber Du hast Dich auf den Weg gemacht, ein neuen Anfang gewagt. Und dafür hast Du meinen vollen
Das ist der erste Schritt zu einem langen Prozeß hin, durch den Du wahrscheinlich viel über Dich und Deine Muster, und auch, Muster zu ändern, neue Möglickeiten zu finden, ... Du wirst lernen, Dich selbst besser zu verstehen und einen liebevolleren Umgang mit dir selber zu finden. Du wirst so vieles lernen.
Was Du halt aufbringen werden mußt, ist Geduld. Wie schwer das ist, wissen wir alle. Dem einen fällt es etwas leichter und der andere tut sich sehr schwer damit. Selbst habe ich mit aller Welt Geduld, aber nicht mit mir. Und ich ertappe mich auch immer wieder dabei, daß meine Ansprüche, die ich an mich selbst stelle oft viel zu hoch sind und ich unmenschliches von mir fordere und mich damit eben überfordere. Ist nicht immer leicht, sich selbst einzuschätzen, aber von daher ist der Therapeut ganz wichtig. Der kann korrigieren und Dich aufmerksam machen. Und wenn Dir das Schreiben hilft, dann ist das vollkommen ok. Solange klar ist, daß wir hier " Laien " sind. Ich bin auch ein Typ, der besser schreiben kann, als reden, das meine ich jedenfalls. Kann schon auch reden, aber fallen mir oft nicht so die passenden Worte ein. Gut ist auf jeden Fall, daß Du offensichtlich einen guten Therapeuten gefunden hast, bei dem Du Dich wahrgenommen und verstanden fühlst.
Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du DEINEN Weg findest und die Probleme, die Dir begegnen, nacheinander lösen kannst. Und ich wünsche Dir Geduld und viel Kraft. Auch Kraft, für den Weg, den Du mit Deinem behinderten Kind gehst, ist sicher auch keine einfache Aufgabe.
GLG Maskerade
Du hast schon viel schlimmes erleben müssen, wie die meisten anderen hier auch. Aber Du hast Dich auf den Weg gemacht, ein neuen Anfang gewagt. Und dafür hast Du meinen vollen
Was Du halt aufbringen werden mußt, ist Geduld. Wie schwer das ist, wissen wir alle. Dem einen fällt es etwas leichter und der andere tut sich sehr schwer damit. Selbst habe ich mit aller Welt Geduld, aber nicht mit mir. Und ich ertappe mich auch immer wieder dabei, daß meine Ansprüche, die ich an mich selbst stelle oft viel zu hoch sind und ich unmenschliches von mir fordere und mich damit eben überfordere. Ist nicht immer leicht, sich selbst einzuschätzen, aber von daher ist der Therapeut ganz wichtig. Der kann korrigieren und Dich aufmerksam machen. Und wenn Dir das Schreiben hilft, dann ist das vollkommen ok. Solange klar ist, daß wir hier " Laien " sind. Ich bin auch ein Typ, der besser schreiben kann, als reden, das meine ich jedenfalls. Kann schon auch reden, aber fallen mir oft nicht so die passenden Worte ein. Gut ist auf jeden Fall, daß Du offensichtlich einen guten Therapeuten gefunden hast, bei dem Du Dich wahrgenommen und verstanden fühlst.
Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du DEINEN Weg findest und die Probleme, die Dir begegnen, nacheinander lösen kannst. Und ich wünsche Dir Geduld und viel Kraft. Auch Kraft, für den Weg, den Du mit Deinem behinderten Kind gehst, ist sicher auch keine einfache Aufgabe.
GLG Maskerade
Liebe Grüße, Maskerade
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Nein, hast Du nicht, ich sagte ja auch nur, daß es mich so so rüber kommt.Waldschratin hat geschrieben: Mi., 05.04.2017, 08:49 Liebe Maskerade,
ich hab ja auch gar nix davon geschrieben, dass das alles "so einfach" wäre - im Gegenteil!
Lies nochmal mein Post genauer und auf die Schwere und Dauer dessen hin, was man als Betroffener so alles durchmachen muß, wenn man aus dem Terror rauskommen will.
Und ja, ich sehs auch so : Im Grunde liegen wir da sehr nah beieinander.
Ich hab auch gar nicht so sehr "dir" geschrieben, sondern dabei eher an Hoeselboesel gedacht, die ja noch ganz am Anfang steht. Und ja, das hab ich damals auch so erlebt : Da hat man das Gefühl, dass man das NIE schaffen kann und alles steht wie ein unüberwindbarer Berg vor einem etc.
Und solche Phasen wird es auch bei "erfolgreicher" Bearbeitung immer mal wieder geben. "Erfolgreich" deshalb in Anführungszeichen, weil es da mMn keine "allgemeingültigen Messwerte" gibt, sondern eigentlich nur das Indiz, dass man eben nicht mehr dem Wiedererleben etc. hilflos,machtlos ausgeliefert gegenübersteht.
Alles andere liegt bei jedem selbst, wie ers bewertet.
Und hat man die traumatischen Erlebnisse an sich halbwegs unter Kontrolle, zeigt sich ja - jedenfalls bei Mehrfachtraumatisierten/Langzeittraumatisierten, und grade bei denen, wo das in der Kindheit stattfand/anfing - dann auch noch das dahinterliegende Beziehungstrauma, das man ja auch noch erlebt hat.
Und das zu bearbeiten fand ich persönlich weitaus schwieriger, "verworrener" und langwieriger in der Bearbeitung.
Ich freu mich für dich, dass du schon so weit bist in der Bearbeitung deiner Verletzungen und auch ne gute Traumatherapie gefunden hast. Intervalltherapie find ich persönlich eh die beste Art, sich dem Ganzen zu widmen. Und ich wünsche dir in dieser Zeit zuverlässige und wertschätzende Leute an deiner Seite, die dich gut stützen und schützen können, so dass du maximalen "Freiraum" haben kannst fürs Be/Verarbeiten!![]()
Das Beziehungstrauma, das Du vor allen bei komplex Traumatisierter, was/ wie meinst Du das genau ?
Danke für Deine guten Wünsche, gerade auch für die Intervaltherapie. Mal sehen, ob ich wieder die gleiche Therapeutin bekomme. Wenn ja, dann wird es wieder zusätzlich schwierig. Jedenfalls war es letztes mal so. Soll keine negative Bewertung sein, denn ich habe ja trotz allem sehr viel profitiert.
Hatt gesagt, daß ich in der Therapie weiter gekommen bin, damit war nicht gemeint, daß ich besonder Weit bin, sondern daß ich im Verhältnis zu meinen bisherigen Möglichkeiten einige große Schritte gemacht habe. Daß es da keinen Maßstab gibt, ist mir schon schon klar, deswegen sagte ich es ja, eben weil das von jedem ganz individuell sein muß. Ist halt ungleich schwierigier, wenn man selbst gegen den Strom schwimmt. Also eine Einstellung hat, die der Fachwelt und den meisten Betroffenen nicht verständlich ist.
Liebe Grüße, Maskerade
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Atmen - Durchhalten - Sein
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Candle schrieb: Übrigens Maskerade gibt es keine Meßlatte für Besserung oder Heilung. Was sollte die auch sein? Da muß jeder sein persönliches Ziel abstecken. Mein Ziel ist arbeitsfähig zu werden, andere wollen vielleicht einfach nur bis zu einem gewissen Grade einigermaßen angenehm lebensfähig werden. Ich kenne Menschen, die ihr ganzes Leben in Therapie sind. Bei mir hat es sehr spät angefangen, bis dahin habe ich, finde ich, ein recht gutes Leben gehabt.
Manche sind stärker und ertragen viel mehr, manche Menschen sind schwächer. Manche sind wenig kreativ neue Wege zu erproben, manche Menschen können es.
Das ist also die Frage, was jeder individuell für sich erreichen will und kann in seinen Möglichkeiten.
Ich bin froh, dass ich nach ein paar schlimmen Jahren diese PTBS Symptomatik nicht mehr habe. Ich dachte wirklich ich sterbe, weil das für meinen Körper gefühlt eine absolute Extrembelastung war.
Natürlich gibt es keine Meßlatte, nichts anderes wollte ich dadurch deutlich machen. Wie Du die etwaigen Zier Betroffener schreibst, ist zwar inhaltlich richtig, aber für mich, nur für mich, klingt das etwas arrogant. Daß Du es nicht meinst, davon gehe ich aus. Das etwas mit meiner eigenen Wahrnehmung zu tun.
Freut mich für Dich, daß zu lange Zeit ein gutes, schönes Leben gehabt hast. Und ganz gut, wenn Du es wieder ins Arbeitleben zurückkehren kannst. Daran habe ich bei mich auch lange geglaubt, aber ich muß mir wohl eingestehen, daß daraus nichts wird. Trotzdem wünsche ich Dir, daß es bei Dir gut geht.
" Das ist also die Frage, was jeder individuell für sich erreichen will und kann in seinen Möglichkeiten."
Dieser Satz hat mich etwas versöhnlicher gestellt und das ist auch meine Rede" was man erreichen will und kann in seinen eigenen Möglichkeiten. Der Wille ist unheimlich wichtig, aber nicht jeder kann alles erreichen. Denn es gibt große Unterschiede in den Möglichkeiten.
Liebe Grüße, Maskerade
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Pianolullaby
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, 38 - Beiträge: 2241
es gab bei mir mal eine Zeit, da war ich tatsächlich im Reinen mit dem Erlebten (zumindest mit dem, was ich wusste)
Da dachte ich wirklich dass ich es verarbeitet hatte.
Mittlerweile hat es sich geändet.
Da dachte ich wirklich dass ich es verarbeitet hatte.
Mittlerweile hat es sich geändet.
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum
Gegen welchen Strom schwimmst du denn? Tut mir leid, den Satz habe ich nicht so recht verstanden.Maskerade hat geschrieben: Mi., 05.04.2017, 20:44 Ist halt ungleich schwierigier, wenn man selbst gegen den Strom schwimmt. Also eine Einstellung hat, die der Fachwelt und den meisten Betroffenen nicht verständlich ist.
candle
Now I know how the bunny runs! 

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