Meine Ärzte verstehen mich nicht

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Phobien, Zwängen, Panikattacken und verwandten Beschwerden.
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marla80
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Meine Ärzte verstehen mich nicht

Beitrag Mi., 27.11.2013, 01:51

Ich versuche nicht zu weit auszuschweifen sondern versuche es klar zu formulieren:

Ich habe irrsinnige Angst vor neuen Medikamenten und habe Angst vor dem Tod in dem Zusammenhang und habe Zwänge und Ängste.
Habe durch Citalopram auch echt schlimme Albträume. Mein Psychiater hat mir Valdoxan verschrieben und wollte, dass ich das gegen meine Albträume nehme. Ich habs aber nicht hinbekommen, dass ich das Medikamente nehme. Da habe ich mich dann endlich getraut, dass ich das dem Arzt sage und er sagt: "ach nehmen sie es ruhig". Und das wars. Was bringt denn das? Ich habe nun weiter meine Albträume und reduziere mein Citalopram auf eigene Faust. Werde es noch nächste Woche meiner Hausärztin sagen, damit es nicht ganz so auf eigene Faust läuft.

Meine Therapeutin versteht mich auch nicht. Weil ich eine Art und Weise habe, mit der ich wirklich ehrlich fröhlich bin und einfach oft genug gut gelaunt wirke und meine Sorgen und Erlebnisse auch nicht "traurig" schildern kann, kommt es einfach nicht so gut rüber, dass ich wirklich Probleme habe. Ich habe hier auch eine Abklärung gewollt, dass ich aktuell nur halbtags arbeiten packe, da nicht mehr geht. Ich merke, je mehr Stress ich erlebe, desto mehr kommen meine Zwänge wieder hervor und desto schneller treten Panik und ähnliches auf. Habe als ich noch in Österreich gewohnt hab zum Beispiel mich bei einer Arbeit eingelebt (war so eine Arbeitsmassnahme vom Arbeitsamt für psychisch nicht fitte Leute) und das war halbtags. Circa ein halbes Jahr später, als sich der Stress häufte (Umzug in die Schweiz in Arbeit und viele viele Sachen zu erledigen und viel zu viel Verantwortung, die ich einfach nicht abgeben kann), da ging es dann wieder los. Ich hatte viel mehr Ängste, war drei Wochen krank geschrieben, weil ich immer wieder Panikattacken hatte und und und.

Der Grund warum es mir jetzt gut geht, ist, dass ich mehr auf mich schaue und dass ich sehr wohl arbeite (selbstständig im Home Office, in der Schweiz ne Stelle finden ist echt schwer) aber eben auch runterfahren kann wenn ich merke es ist mir zuviel. Habe jetzt auch eine mobile Betreuung, die mir in meinem Chaos hilft.
Meine Thera meinte, sie kann es nicht nachvollziehen und sie sieht es nicht, dass ich mich jetzt ständig vom Stress befreien lassen soll. Das will ich ja auch nicht, ich will nur aufpassen und mit der Zeit mehr aufbauen. Nur solang ich nicht zurecht komme, bringt too much arbeiten nicht viel.
Außerdem habe ich irrsinnige Konzentrationsprobleme, bin manchmal rastlos und getrieben und dann wieder sehr ruhig und dann komm ich in so einen Redeschwall und dann bin ich wie jetzt die ganze Nacht wach, weil ich Angst vorm Schlafen gehen habe und auch soo aufgedreht bin.

Ich will endlich das Gefühl bekommen, dass ich verstanden werde. Ich will endlich das Gefühl bekommen, dass ich auch krank sein darf und mir das nicht verwährt bleiben soll, nur weil mein Schutzwall zu stabil gebaut ist und keiner merkt, wie es mir wirklich geht.

Und Therapeutin und Arzt wechseln kann ich nicht, weil es hier sehr schwierig ist, einen Arzt zu finden, der delegierte Psychotherapie anbietet.

Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll. Als ich meiner Therapeutin gesagt habe, was ich davon halte und wie ich es wirklich sehe, ist sie nur böse geworden, weil ich immer gesagt habe sie versteht mich nicht. Ich verstehe es nicht. Sie will, dass ich sage, was ich denke und dann tu ich das wirklich und ernst gemeint und dann geht das schon fast soweit, dass ich das Gespräch fast verlasse, weil ich "abschalte (kontrollieren auf einen Punkt und vor mich hin dümpeln, weil ich nicht mehr weiß, was tun oder weil ich aggro werd und nicht mehr kann)"

Weiß echt nicht, was ich weiter tun soll.

Lebensüberdrüssig bin ich nicht, es gibt nur ein Leben.

Aber ich bin das Kämpfen so leid.

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Fundevogel
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Beitrag Mi., 27.11.2013, 22:13

Liebe marla,

ist schwierig dazu etwas zu sagen,
ich möchte aber zwei Eindrücke mit dir teilen, die ich beim Lesen deines Posts hatte:

Erstens: Eine vom Arzt verschriebene Medikation auf eigene Faust zu ändern, halte ich für eine schlechte Idee. Wenn du es nicht mit deinem Arzt besprichst, zur Not auch in einer längeren Diskussion, wirst du nie herausfinden, ob und welche Medikamente dir helfen.
Es könnte ja auch sein, dass ein Teil deines derzeitigen Gemütszustandes darauf zurückzuführen ist, dass du keine oder zu wenig Medikamente nimmst.

Zweitens: Es ist ein gewisser Unterschied, ob deine Ärzte dich nicht verstehen,
also dass sie nicht nachvollziehen können, was in dir vorgeht oder
ob sie schlicht und ergreifend anderer Meinung sind als du,
was zu deinem Wohlbefinden und einer Besserung beitragen würde.

Ich denke mal, es macht Sinn, dass du hier lernst, diese Auseinandersetzungen mit deinen Ärzten zu führen, allenfalls auch mit Aggression (hilfreicher wäre allerdings immer ohne , möglichst aber ohne Abwertung und mit Respekt.

Alles Gute!
Fundevogel

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marla80
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Beitrag Mi., 27.11.2013, 22:21

Dass ich manchmal schon recht aggro werde, wenn mich jemand nicht versteht, das weiß ich. Aber ich habe es im Guten versucht, ich habe ihm schonmal eine zweite Chance gegeben und habe auch nicht vor, ihn zu wechseln, weil ich nicht mehr davonrenne.

Aber dass ich mich wirklich aufraffe - weil ich weiß, das viele das nicht verstehen, dass man Angst vor Medis hat - und ihm dann sage, ich habe Angst davor und möchte die nicht nehmen, dann weiß ich auch nicht mehr recht, was ich da sagen soll. Ich habe es versucht, aber er hat es als "na geh" abgetan und ist nicht wirklich weiter drauf eingegangen. Habe noch eine Diskussion versucht, glaubst du das hat ihn interessiert?

Und dass ich die Medis selber reduziere ist ein Akt der Verzweiflung. Ich habe vorher immer gefragt, der Zustand beim Doktor war noch mit voll eingestellter Medikation und ich habe nur mit 10 mg angefangen. Aber ich weiß, dass ich die Albträume seit Citalopram habe und wenn er keinen Lösungsvorschlag mit mir angeht und meine Ängste als "stell dich nicht so an" abtut, dann bleibt mir nur noch das. Habe noch Truxal als Akutmedikation und gehe ja eh zur Hausärztin wegen dem Ganzen, aber: er hat mir ja nicht zugehört. Und ich war freundlich, bin immer freundlich. Ich ärger mich nur im Nachhinein in allen Farben, weil ich versuche mich durchzusetzen und man mich aber einfach nicht ernst nimmt.


Was meine Therapeutin angeht, werde ich versuchen ihre Frage (womit ich wirklich Probleme haben) schriftlich beantworten. Das ist noch die beste Möglichkeit mich auszudrücken und da kann sie mir auch nicht ständig dazwischenplappern.

Ein Autoritätsproblem habe ich, das weiß ich, aber ich hab schon viel an mir gearbeitet und hab in dieser Situation nichts falsch gemacht, ausser dass ich mich einfach nur nicht verständlich machen konnte. Ist eigentlich witzig, bin nämlich Texterin und da sollte man doch auch reden können

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HansMeier1
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Beitrag So., 01.12.2013, 03:24

Hallo,

es ist nicht weglaufen, wenn du deinen arzt anderst. Es ist ne alternative suchen und finden. Wenn du dich nicht verstanden fuhlst, wechsle den therapeuten und deinen psychiater. Es kostet sehr viel kraft und mut mal den arzt zu wechseln. Aber es macht auch uberhaupt keinen sinn wenn du mit diesen menschen nicht zusammenarbeiten kannst. Oder aber sie mit dir nichts anfangen konnen und dich einfach nur noch auf die eine oder andere art vertrosten. Habs ja selber durchlebt. Bis ich endlich den mut gefunden habe meinen psychater zu wechseln. Die sind meistens selber ratlos. Oh deine alptraume und angste sind real. Hab auch jahre lang medis eingenommen die alptraume verursacht haben. Bin dann schweiss gebadet aufgewacht. Ist ja nicht so schlimm mus man hinnehmen war die antwort. Wird sich schon legen lol erst mit dem wechsel gabs auch neue alternativen. Aufjedenfall therapie weiter aber mit dem wechsel des psychiaters und des therapeuten ne alternative suchen und erzwingen. Ist nicht einfach

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arnold01
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Beitrag Mo., 02.12.2013, 20:20

Außerdem habe ich irrsinnige Konzentrationsprobleme, bin manchmal rastlos und getrieben und dann wieder sehr ruhig und dann komm ich in so einen Redeschwall und dann bin ich wie jetzt die ganze Nacht wach, weil ich Angst vorm Schlafen gehen habe und auch soo aufgedreht bin.

Ich will hier keine Ratschläge erteilen oder Diagnosen erstellen.

Hatte ziemlich die gleichen Probleme wie du?
Bei mir ist dann eine Zyklothymie festgestellt worden. Musst das Wort googeln um genauere Informationen zu erhalten.
Mache seit viele Jahren Psychotherapie und bin in psychiatrischer Behandlung. Die Ängste sind weg. Weiß aber nicht ob das auf die Medikamente oder die Psychotherapie zurückzuführen ist. Die medikamentöse Behandlung (habe bis jetzt an die 30 verschiedene Medikamente verschrieben bekommen) und auch die Psychotherapie ( seit 12 Jahren) sind sehr langwierig. Viele der gängigen Antidepressiva haben nicht gewirkt, oder haben den Zustand noch verschlimmert.
Da sich bei dir offenslichtlich auch die Stimmungslage öffters ändert würde ich dir empfehlen einen Stimmungskalender für Patienten zu führen (mindestens einen Monat, besser länger, kann man im Internet herunterladen) und diesen Stimmungskalender deinem Psychiater zeigen. Die medikamentöse Behandlung würde ich fortsetzen. Leider setzt die Wirkung von Antidepressiva erst nach mehreren Wochen ein. Diese Medikamente reduzieren auch die Angst. Es gibt auch sehr gute Medikamente gegen rastlosigkeit und getrieben sein.
Durch die Medikamente haben sich die Beschwerden etwas gebessert. Psychotherapie hilft mit der Krankheit besser zurecht zu kommen und damit Leben zu lernen.

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