Traumatherapie - sinnvoll oder eher nicht?

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Bronko
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Traumatherapie - sinnvoll oder eher nicht?

Beitrag Fr., 06.10.2017, 21:01

Ich bin mir momentan nicht ganz sicher, ob ich eine Traumatherapie machen sollte oder ob ich es lieber ruhen lassen sollte?
Ich fühle keinerlei Emotionen, wenn ich an irgendwelche Erlebnisse von früher denke, das ist alles abgespalten.
Nur wenn ich zu viel erzähle, dann kommt es unterbwusst...bin letztens erst ziemlich abgerutscht und hatte schwere Depressionen und musste schon hart kämpfen, um diese zu überleben. Aber spezifische Erinnerungen habe ich dabei nicht.
Jetzt, wo ich mich wieder etwas fangen konnte, frage ich mich, ob es nicht besser wäre, einfach weiter zu machen und die Vergangenheit ruhen zu lassen? Momentan kann ich sogar wieder etwas positives fühlen und bin nicht mehr der Zombie mit der Maske, der ich meistens bin (rutsche aber bei zu viel Druck, Stress oder erneute Traumata wieder ab oder es besteht dann auch die Gefahr einer PTBS).
Ich hab nur Bedenken, dass es eher schlimmer wird, wenn ich eine Trauma-Therapie starte? Dass ich dann vielleicht wirklich Bezug zu den Erinnerungen bekomme und sie als Ich-Erlebnis sehe und dann gar nicht mehr mit meinem Leben klar komme?
Andererseits befürchte ich, dass ich durch irgendwelche Erschütterung wieder unter schwere Depressionen leide und es irgendwann nicht schaffe, gegen die düsteren Gedanken anzukommen...einige Male in der Vergangenheit ist dies schon passiert...nur in den letzten Jahren war ich stärker und konnte jegliche aktive Versuche verhindern.
Was ich mir wünschen würde: alle Bänder zur alten Welt abreißen, ein neues Leben beginnen und dabei die Vergangenheit komplett zu vergessen...aber letzteres wird sicherlich nicht möglich sein? Auf der anderen seite nervt es mich auch, dass ich nicht alle Erinnerungen habe und auch wissen wollen würde, was noch so passiert ist...
Ich weiß auch nicht ::?

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peppermint patty
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 07:35

Moin Bronko,

Ich kann deinen Zwiespalt gut verstehen, denn es wird ob mit oder ohne Therapie immer etwas von beiden Seiten haben.

Meine Traumatherapeutin sagte mal zu mir, dass manche Menschen auch mit Trauma gut durchs Leben kommen können (was heißt man muss bestimmte Themen nicht zwangsläufig ans Tageslicht befördern), es sei denn sie brechen auf. Jede/r Traumatisierte hat ja sogenannte Sollbruchstellen. Da ist es die Frage inwieweit sie bei dir aufgebrochen sind und wie groß dein Leidensdruck ist. Die andere Frage, die ich mir stellen würde ist, habe ich aktuell Kapazitäten (Zeit, Stabilität, Job, soziales Umfeld, Tagesstruktur) für eine Therapie. Der letzte Punkt hört sich vielleicht merkwürdig an, weil dies oftmals erst Ziele von Therapie sind, aber dann muss man in der Therapie an einer völlig anderen Stelle ansetzen. Was ich damit sagen möchte, eine Traumatherapie ist sehr anstrengend, sie kann aber viel bringen. Mir hat sie vor allem Verständnis für meine Lebenssituation gebracht und ich habe viel auf Beziehungsebene gelernt. Dafür bin ich dankbar. Dafür muss man dann aber auch einiges investieren.

Ach ja, dass heisst nicht, dass durch eine Traumatherapie zwangsläufig viele alte Erinnerungen hoch kommen. Bei mir war das zum Glück 🍀 nicht der Fall. Aber ich musste mich mit sehr schwer auszuhaltenden Gefühlen auseinandersetzen.

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Bronko
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 09:01

Moin ;-)


wie gesagt, ich bin da relativ gefühlslos. Ist im prinzip nicht mir passiert, sondern wem anderes...(und ja ich weiß, dass es mir passiert ist...ich seh das halt nur nicht so). war ja nicht nur eine Sache...sondern hab immer wieder von Klein auf Hier geschrien. Da kommt ein Entwicklunsgtrauma über Jahre zusammen mit einigen/vielen shock-Traumata, die sich irgendwie durch mein gesamtes Leben ziehen und ich hab das Gefühl, dass ich immer anfälliger dafür werde, je älter ich werde ::?

Ich hab mich noch nicht von allen Sachen trennen können und ich weiß, dass es dringend notwendig ist...ist aber mit Geld verbunden, was mir derzeit noch fehlt. Und darauf arbeite ich hin.
Zeit ist immer so ne Sache, aber ich denke, die sollte man sich dann auch nehmen? Werde demnächst auch 4 Wochen Pause machen und einfach durchs Land ziehen...muss hier mal raus.
Job ist vorhanden, ganz glücklich bin ich nicht mit dem Job, aber gut, was besseres konnte ich seit 5 Jahren nicht finden.
Struktur hab ich hier auch, Umfeld ist okay. Also ich komme hier mittlerweile gut klar, bin raus aus der Messi Zeit...
will nur sehen, dass ich irgendwann, so schnell wie möglich, von diesem ort hier weg komme. Das würde mir wohl gut tun. hab hier auch immer Magen-Darmprobleme...kaum bin ich ein paar Tage woanders, sind sie weg.

Ich würde nur nicht wollen, dass ich immer wieder in schwere Depressionen verfalle...leichte sind okay, aber auch nervig. Ich hätte gerne wieder eine normale Gefühlswelt. Würde gerne wieder mehr Freude empfinden können. Eigentlich will ich nur ganz normal sein....schaff ich manchmal auch...aber da reichen schon kleine Schicksalschläge, um mich wieder weit zurück zu werfen ::?


shesmovedon
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 09:15

Du kannst auch eine Therapie wegen der Depressionen machen. So quasi habe ich das gemacht. Auch als meine Traumata immer wieder mal kurz aufrissen und nach vorne kamen, hat meine Therapeutin ausschließlich stabilisierend gearbeitet.
Mir geht's heute relativ gut, natürlich auch unter Einwirkung von Medikamenten.
Worauf ich hinaus will: ich habe mich dazu entschieden meine Traumata vorerst nicht zu bearbeiten, vielleicht ändert sich das nochmal, aber ich habe auch ohne Bearbeitung eine für mich gute Lebensqualität erreicht, alles ist wieder abgespalten und ein guter Therapeut würde eigentlich auch an sowas nicht rangehen und das extra aufbrechen.
Man kann auch die Depressionen behandeln und stabilisierend arbeiten und die Traumata ruhen lassen, solang sie eh ruhen oder nur teilweise nach oben kommen. Vielleicht wäre das ja was für dich.
Auf jeden Fall kann ich dir nur empfehlen deine Zweifel zu beherzigen. Ich geriet auch in eine PTBS, als ein Kliniktherapeut ans Eingemachte ging und brauchte wieder enorm viel Stabilisierungsarbeit bis es wieder ging und ich mich von der PTBS befreien konnte.

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Bronko
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 09:26

Das ist natürlich richtig blöd, wenn man durch die Therapie in einer PTBS abrutscht (und da wieder raus zu kommen ist wirklich mühsam)...und genau davor hab ich auch Angst...und dass dies dann auch meine neue Beziehung zerstören würde...sie wurde schon genug belastet durch den ganzen Mist.
Ich hab noch die Unterlagen von Göttingen hier, habs aber noch nicht ausgefüllt...uchtspringe hab ich abgesagt...hab da sehr viel negatives drüber gehört.

Solange es abgespalten bleibt und nicht unterbewusst wirkt (da hab ich bei mir das Gefühl, dass es eben tief im Unterbewusstsein sitzt und mich von da aus beeinflusst...so zB. auch während der depressives Episoden...wie ein Kraken, der mich umschlingt, mir zu flüstert, mich tief in die Dunkelheit zieht und eben versucht, mich umzubringen).

Das Problem ist auch, dass ich gar nicht weiß, welche Therapieformen wirklich sinnvoll wären und welche Therapeuten da auch gut sind...hier in meiner Ecke ist das Angebot eher bescheiden...da muss ich ne gute Stunde fahren, um überhaupt einen Therapeuten zu treffen, der auch Erfahrung mit Traumata hat bzw. so was anbietet.

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Bronko
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 13:51

Manchmal wünsche ich mir auch die absolute innere Leere zurück....dann tuts wenigstens nicht weh.
Immer wieder mal lasse ich die Mauer fallen...und dann bin ich hypersensibel, werde unheimlich schnell depressiv, reagiere auf Kleinigkeiten dermaßen heftig, obwohl mein Verstand mir sagt, dass das absoluter Blödsinn ist...aber es ist eben da. Und in solchen Momenten denke ich mir, dass so eine Therapie vielleicht doch sinnvoll wäre? Einfach um normal zu seine...eine normale Gefühlswelt zu besitzen.

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Sinarellas
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 16:21

Naja du wirkst nicht so als würdest du dich alleine auf die Reihe bekommen, daher machts Sinn eine Traumatherapie erfolgreich durchzuführen ggf. auch Intervall.
Ich habe keine gemacht und werde dies auch nicht benötigen. Eine Sollbruchstelle ist Laien-Quark.
Kommste alleine klar und bist zufrieden? Ja -> shice drauf. Nein -> Therapie. Egal was, du brauchst Unterstützer.
..:..

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peppermint patty
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 18:47

Das mit der Sollbruchstelle war ein Zitat meiner Therapeutin, also eines Profis. Zudem kann man dies in der Literatur nachlesen, sofern man sich dafür interessiert. Du weißt es aber vermutlich besser...


Im Übrigen habe ich meine Traumas auch nicht angerührt, sondern nur Stabilisierung gemacht. Alles andere geht noch nicht. Fühle mich damit aber gestärkt vieles wieder anzugehen.

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Krümmelmonster
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 19:40

Hallo Bronko,
wo geht die Reise hin!
Probiere es aus, es ist schmerzhaft nur es ist es Wert. Dein Weg wird lebendiger, wenn man sich öffnet!

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Pianolullaby
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 19:52

Die Frage welche ich gerade habe, du hast in deinem Eingangspost geschrieben, dass neue Traumata aufkommen,
wie ist das gemeint?
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum


mio
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 19:59

Ich würde es daran festmachen, wie gut bzw. schlecht es Dir damit subjektiv geht, wie es momentan ist.

Therapie wühlt für meine Begriffe immer ein Stück weit was auf was eben auch zu einer Verschlechterung führen kann. Gehts Dir eh schon beschissen, so what? Schlimmer geht nimmer, sozusagen. Dann würde ich da rangehen. Geht es Dir insgesamt gut bis auf "Ausnahmezustände", dann würde ich auch überlegen, ob es mir das wert ist.

Andererseits: Unter Umständen verbaust Du Dir auch eine Chance, wenn Du die Gelegenheit gerade nicht "nutzt"? Denn "mitzuschwingen" scheint das Erlebte ja schon. Und ich glaube ein Stück weit, dass an der Theorie "wenn es die Seele nicht macht, dann macht es der Körper" was dran ist.

Meint: Wie gut ist es abgespalten? Hilft Dir die momentane Abspaltung oder bringt sie auch starke Nachteile/Einschränkungen mit sich? Kannst Du so leben, wie Du gerne leben möchtest? Bist Du gesamt gesehen zufrieden mit Deiner persönlichen Situation? Wie geht es Dir körperlich?

So Fragen würde ich mir stellen. Und sie möglichst ehrlich beantworten um auszuschließen, dass Du Dir mit der "Abwehr" langfristig vielleicht mehr "zerstörst" als "gut erhälst" und es am Ende vielleicht irgendwann bereust.

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inlines
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 21:17

Ich kann sehr gut verstehen wie du dich fühlst... Muss auch wieder in eine Klinik wegen schlechter Vergangenheit (das 4. Mal in den letzten 2 Jahren). Was mir aber Mut macht die Sache durchzuziehen, sind ganz klar die Kinder, die sicher mehr von einem gesünderem und befreiterem Elternteil haben.

Und selbst wenn das eine oder andere hochkommt: Manchmal muss altes erst aufgewühlt werden (aufgearbeitet werden), bevor es für immer versickern kann...

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Bronko
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 22:51

Sinarellas hat geschrieben: Sa., 07.10.2017, 16:21 Naja du wirkst nicht so als würdest du dich alleine auf die Reihe bekommen, daher machts Sinn eine Traumatherapie erfolgreich durchzuführen ggf. auch Intervall.
Ich habe keine gemacht und werde dies auch nicht benötigen. Eine Sollbruchstelle ist Laien-Quark.
Kommste alleine klar und bist zufrieden? Ja -> shice drauf. Nein -> Therapie. Egal was, du brauchst Unterstützer.
Ich denke mir nur, es könnte schlimmer sein, war es ja auch schon. Lebe alleine (weiter außerhalb, da fühle ich mich auch wohler) derzeit, soll sich aber in den nächsten 1-2 Jahren ändern :)
Hab nen festen Job, obwohl ich das Studium abgebrochen hab...hab hier Tiere und viel Land und damit auch ne Aufgabe, auch wenn sie manchmal einschränkend ist.
Ich war lange Zeit der Meinung, dass ich keine brauche und das alleine irgendwie schaffe, habs auch irgendwie immer geschafft. Nur jetzt mit nem festen Partner, der mir wirklich sehr viel bedeutet, kommen Zweifel auf, da ich Angst habe, dass ich die Beziehung durch meine Episoden zu sehr schädige...
Am Besten ging es mir immer, wenn ich nichts gefühlt habe, aber das sollte ja auch kein Dauerzustand sein...vor 2 Monaten fiel die Mauer komplett und alles brach hinein...seitdem rapple ich mich langsam wieder auf...und bin derzeit auch sehr verunsichert.

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Bronko
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Beitrag Sa., 07.10.2017, 23:16

@Krümmelmonster: Ja, das ist klar, dass es schmerzhaft wird und davor habe ich auch Angst. Und eben auch, dass der Schmerz dann nicht mehr verschwindet und ich mit all dem Mist aktiv und bewusst leben muss ::?

@Pianolullaby: ich hab irgendwie n Talent dafür, die scheiße anzuziehen :D vor 3 Jahren hatte ich das letzte Traumata und davor so alle 2 Jahre....irgendwas kommt immer. Allzu viel Glück hatte ich bisher nie und wenn ich denke, dass ich mal Glück habe, passiert wieder irgendwas.
Freunde, die mich schon lange kennen, haben irgendwann auch mal gesagt: du bist ne Art weirdo Magnet (also ich ziehe immer merkwürdige Leute an...oder es gibt einfach zu viele Idioten/Psychopathe da draußen...?)

@Mio: Im Moment geht es langsam wieder bergauf, kleine Rückfälle gibt es immer mal, aber es ist nicht mehr so extrem wie vor 2-3 Wochen.

Körperlich gehts mir so lala. Hab halt viele Wehwechen, ein schmerzfreier Tag ist selten, aber es ist auszuhalten, meistens auch ohne Schmerzmittel (Knie, Rücken, Kopf, Unterleib, Zähne). Hab Montag wieder ne kleine Zahn-OP.
Momentan kann ich auch schlecht schlafen, aber auf meine 6h komme ich meistens noch. Es würde schon helfen, wenn ich wenigstens etwas durchschlafen könnte, aber das schaffe ich im Moment nur, wenn ich mich richtig auspowere, sodass ich fast im Koma bin, sobald ich mich hin lege.

Es ist insofern abgesplitten, dass ich eben keine direkten emotionalen Bezug dazu habe. Wenn ich durch irgendwas wieder dissoziere, spüre ich die andern Anteile, die einen direkt Draht dazu haben, auch deutlich und kann mit ihnen auch kommunizieren. aber das führt oft zu Problemen in meinem Umfeld, also versuche ich das abzuschalten. Ist mir jetzt auch wieder mit Zustimmung der anderen Anteile gelungen. ich weiß, sie sind da, aber ich höre sie nicht mehr und sie übernommen auch keine Kontrolle, soweit ich zumindest weiß. aber sie sind da und ich spüre auch ihre Emotionen, ich selber hab eigentlich keine, zumindest keine stark ausgeprägten. Ich bin eigentlich auch nur da, wenns zu viel wird und ich regel das dann alles. Ist für mich aber auch nicht immer leicht, die Emotionen in den Griff zu bekommen und richtig zu lenken. Erst wenn wieder Ruhe im System ist, wirds wieder leichter werden.
Also wenn, dann sollte eigentlich die Kleine therapiert werden...die macht mich mit ihrem Selbstmordwahn schon etwas fertig und auch ihre Ängste...aber da ist jetzt erst mal Ruhe, die Verbindung hab ich erst mal gelöst...das war nicht mehr zum Aushalten. Ich weiß natürlich, dass sie noch da ist und tobt, aber es ist nur noch weit entfernt im Hintergrund.
Manchmal denke ich auch, es wäre besser, sie zu löschen, aber andererseits ist sie ein Teil von mir und sie kann ja nichts dafür...sie tut mir auch leid. Aber ihre Anwesenheit lässt sich auch nur schwer ertragen.

Mit meiner persönlichen Situation bin ich nicht ganz zufrieden. ich würde gerne von hier weg ziehen, aber dazu fehlt im Moment noch das nötige Kleingeld, muss erst noch ein paar Schulden abzahlen. Der Job ist auch nicht das nonplusultra...muss auch viel draußen arbeiten ohne richtige Winterkleidung und ich hab ne Kälteallergie...mein Chef lässt da auch nicht mit sich reden. was besseres finde ich momentan nur nicht, hier gibt es nicht viele Angebote und ich brauch das Geld. Hab zu lange gehungert, das will ich nicht nochmal haben.

Mein Psychiater ist auch keine Hilfe. Er will jetzt erst mal ein MRT machen und stellte nach 5 Minuten reden (hab diverse Traumata angesprochen + Ängste der Kleinen, die da grad anwesend war...) nur die Diagnose: Borderline. Aber das trifft eher nicht auf mich zu. habs auch versucht zu klären, aber keine Chance. Er meinte, ich bräuchte keine Trauma-Therapie, sondern ne Psycho-Therapie wegen Borderline...ah ja.
Hab mich dann noch 2h mit einer Therapeuten (privat) unterhalten und sie meinte, ich sollte lieber ne Traumatherapie machen und sie konnte auch kein Borderline feststellen. Leider wohnt sie weit weg und so haben wir nur sporadisch kontakt.

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Pianolullaby
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Beitrag So., 08.10.2017, 14:35

@Bronko
Ich habe eine stationäre Trauma gemacht, und gehe im Frühjahr wieder hin.
Da ist recht klar gesagt worden, dass man in Situationen in denen Traumata wiederholt werden, auch akut
dass es sinnvoll ist entweder zuerst längere Zeit stabilisierend zu arbeiten und v.a. erneute Traumata zu vermeiden.
Ansonsten wäre es ganz wichtig, dass die Klinik wirklich akut traumatische Patienten behandeltn.
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum

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